Wirtschaftskrise: Thailands Regierung lässt alle Hoffnung fahren

Wirtschaftskrise: Thailands Regierung lässt alle Hoffnung fahren

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Für Thailand schließt sich das Tor

Thailands Regierung lässt alle Hoffnung fahren: Im kommenden Jahr, so die düstere Prognose des Finanzministeriums, könnte die Wirtschaft des Landes nur noch stagnieren.

Einst galt das Land als Tigerstaat mit gewaltigem Wachstumspotenzial. Zwischen sechs und acht Prozent wuchst Thailands Wirtschaft in den Neunzigerjahren.

Dann kam 1997 die Asienkrise. Währung, Börsen, Banken und Immobilienmarkt brachen zusammen. Doch das Land erholte sich von den Turbulenzen erstaunlich schnell. Ab dem Jahr 2000 expandierte das Bruttoinlandsprodukt wieder mit Raten zwischen vier und sechs Prozent – und Investoren aus dem Ausland wollten von der Entwicklung profitieren. BMW baute in Rayong, südlich von Bangkok, ein Pkw-Werk. Auch Daimler lässt schon seit Jahren in Thailand Autos fertigen. Textilhersteller wie Triumph lassen im Land Miederwaren nähen und exportieren ihre Produkte in alle Welt.

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Doch nun kehrt bei den Unternehmen Ernüchterung ein. Denn die politischen Unruhen, gepaart mit der weltweiten Finanzkrise, treffen Thailands Wirtschaft mit voller Wucht. „Das Wachstum wird im kommenden Jahr zwischen Null und 1,3 Prozent liegen“, sagt Thailands Finanzminister Suchart Thadathamrongvej – und läge damit so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Schließung der beiden Bangkoker Flughäfen wirke sich negativ auf den Tourismus aus. Die globale Rezession, so der Politiker, bremse das Exportwachstum. Allein die Besetzung der Airports koste das Land jeden Tag rund 2,8 Milliarden Dollar, schätzt Suchart.

Besonders hart trifft es den für die Wirtschaft des Landes wichtigen Tourismus. Der Fremdenverkehr steuert rund zwölf Prozent zur Wirtschaft Thailands bei und sorgt für vier Millionen Jobs. Doch mit der politischen Krise bleiben die Besucher aus, Zehntausende Ausländer stornieren derzeit ihre Weihnachtsreisen nach Thailand. „Das ist ein Desaster“, sagt Sakkarin Chorsawai von der Thai Hotels Association.

Deutsche Unternehmen halten sich schon lange mit Investitionen in Thailand zurück

Dabei hatte die Regierung gehofft, der Fremdenverkehr könnte die Verluste des Exportsektors, der rund 70 Prozent zur Wirtschaftleistung beiträgt, ausgleichen.

Denn im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise sinkt derzeit die Nachfrage nach Produkten ‚Made in Thailand’ rapide. Traditionell verkaufen die Unternehmen des Landes Elektronikprodukte, Textilien und Nahrungsmittel in alle Welt.

Fast 14 Prozent der Exporte Thailands gehen in die EU, 12,4 Prozent in die USA. Doch mit der Rezession im Westen bleiben die Firmen in Thailand auf ihren Gütern sitzen. Analysten schätzen, dass der Exportzuwachs des Landes im kommenden Jahr gerade Mal bei fünf Prozent liegen wird. In den vergangenen Jahren legten die Ausfuhren durchweg um mehr als 20 Prozent zu. „Das hat wiederum negative Folgen für die Investitionen und die Einkommen der Bürger“, sagt Edward Teather, Thailand-Experte bei UBS in Singapur.

Die deutschen Unternehmen halten sich schon seit Jahren mit Investitionen in Thailand zurück. Im Jahr 2006 pumpten deutsche Firmen gerade Mal 30 Millionen Euro in das südostasiatische Land, in diesem Jahr, prognostiziert ein westlicher Diplomat in Bangkok, dürfte es noch weniger sein. Eine Ausnahme war das vergangene Jahr als der Autozulieferer Continental ein Werk in Thailand eröffnete und hierfür einen dreistelligen Millionenbetrag investierte.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu dämpfen, versucht die Regierung nun gegenzusteuern. So schlägt das Finanzministerium vor, die Unternehmensteuer von 30 auf 25 Prozent zu senken. Außerdem wird erwartet, dass die thailändische Zentralbank bei ihrer Sitzung am Mittwoch die Leitzinsen um 50 Basispunkte senken wird. Analysten gehen davon aus, dass im kommenden Jahr weitere Zinssenkungen folgen werden.

Doch ob diese Schritte den dramatischen Einbruch der Wirtschaft bremsen können, ist fraglich. Zu groß ist Thailands Abhängigkeit von der Entwicklung der Weltwirtschaft. Die goldenen Neunzigerjahre, so scheint es, werden so bald nicht wiederkehren.

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