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Wirtschaftsprüfer: Amtliche Bilanzkontrolle funktioniert nicht

von Mark Fehr

Die EU will bestimmen, welcher Wirtschaftsprüfer die Bücher eines Unternehmens unter die Lupe nimmt – und wie viel er dabei verdienen darf. Eine Behörde ist mit diesen Entscheidungen jedoch überfordert. Ein Kommentar von Mark Fehr.

KPMG-Zentrale in Brüssel Quelle: AP
KPMG-Zentrale in Brüssel Quelle: AP

Was EU-Kommissar Michel Barnier vorschlägt, könnte zu einem massiven Staatseingriff in die Arbeit der Wirtschaftsprüfer führen: Eine Behörde soll künftig festlegen, welcher Prüfer wessen Bilanz prüfen darf – und wie hoch das Honorar ausfällt. Außerdem überlegt Brüssel, den Prüfern die parallele Beratung von Unternehmen zu verbieten.

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Die EU-Kommission verfolgt mit diesen Plänen durchaus hehre Ziele. Die Bilanzkontrolleure sollen mehr Unabhängigkeit gewinnen, denn bisher entscheiden Unternehmen selbst, welche Gesellschaft sie mit der Prüfung des Jahresabschlusses beauftragen. Die Befürchtung: Wirtschaftsprüfer winken Bilanzen schneller durch, weil sie lukrative Mandanten behalten wollen.

Wer stemmt die Mammut-Mandate?

Zudem will Brüssel die Dominanz weniger großer Anbieter auf dem Prüfermarkt brechen. Derzeit werden fast alle bedeutenderen europäischen Aktiengesellschaften von einem der vier Branchenriesen – PricewaterhouseCoopers, KPMG, Deloitte oder Ernst & Young – geprüft.

Stärken die Pläne der EU wirklich die volkswirtschaftlich relevante Funktion der Prüfer, für transparentere Geschäftsberichte und unparteiliche Kontrolle zu sorgen? Das ist zu bezweifeln, denn eine Behörde dürfte mit der Mandatvergabe und Honorarfestsetzung überfordert sein.

Nur wenige Prüfungsgesellschaften haben genug qualifizierte Mitarbeiter, um die Bücher von Konzernen wie der Deutschen Bank, Telekom oder Post in angemessener Zeit unter die Lupe zu nehmen. Sucht eine Aufsichtsbehörde nach Prüfern, die Großaufträge stemmen können, landet sie schnell wieder bei den großen Anbietern.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.11.2010, 20:30 UhrAnonymer Benutzer: A.Raffzahn

    Absoluter Schwachsinn. Und vor allend Dingen auch sehr ernüchternd für die jungen Mitarbeiter dieser Unternehmen, da wird ja eine brut herangezüchtet! Der Staat muss hier eingreifen, da solche Unternehmen sogar gesellschaftswandelnden Charakter haben und nicht im positiven Sinn. Wie Wirtschaftsprüfer bzw. dessen berater arbeiten ist doch allseits bekannt und es gab schon viele Artikel hier und in anderen blättern zu lesen. Es wird höchste Zeit das dort aufgeräumt wird. Und man fragt sich doch, warum es nicht viel früher passiert. Ein interessante wissenschaftliche Abhandlung der Machenschaften liest sich sogar aus dem buch: Vom Umgang mit Vorschriften im büroalltag Eine ethnographische Studie iSbN 978-3-8300-4325-6

  • 02.11.2010, 21:30 UhrAnonymer Benutzer: Wirtschaftsprüfer

    Zusatz:

    Heutzutage ist er kein ernstzunehmender beruf mehr. Wenn man sagt, dass man Wirtschaftsprüfer ist macht man sich ja heute lächerlich. Entweder die EU handelt jetzt oder er wird abgeschafft.

  • 02.11.2010, 21:27 UhrAnonymer Benutzer: Wirtschaftsprüfer

    ich habe als Wirtschaftsprüfer noch nie so einen unsinnigen Artikel gelesen. Solange es heißt: "Wessen brot ich ess, dessen Lied ich singe" ist kein Wirtschaftsprüfer unabhängig, egal wie gut er und seine Mitarbeiter sind. Der Herr der diesen Artikel geschrieben hat, hat entweder keine Ahnung oder ist von den big4 dafür bezahlt worden.

    bei allen bisherigen bilanzskandalen hat der Wirtschaftsprüfer versagt. Warum? Weil er bei Einschränkung oder Versagung des bestätigungsvermerks sein Mandat los wäre. Solange dass der Fall ist, ist kein Wirtschaftsprüfer unabhängig. Die Arbeit wird ad absurdum geführt. Dann ist es besser den beruf abzuschaffen, da er keinen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt.

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