Wissenschaftler widersprechen Trump: Bericht belegt Klimawandel in den USA

Wissenschaftler widersprechen Trump: Bericht belegt Klimawandel in den USA

, aktualisiert 08. August 2017, 19:23 Uhr
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Der US-Präsident glaubt bislang nicht an den von Menschen beeinflussten Klimawandel und dessen Folgen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die USA sind von den Folgen des Klimawandels selbst stark betroffen – obwohl Präsident Trump nicht an ihn glaubt. Wissenschaftler haben jetzt neue Beweise vorgelegt. Trump soll den Bericht nun freigeben.

WashingtonEin umfangreicher Regierungsbericht widerspricht dem Weißen Haus und US-Präsident Donald Trump in fundamentaler Weise hinsichtlich des menschlichen Beitrags zum Klimawandel. Nach Angaben der „New York Times“, der der Report vertraulich zugespielt wurde, ist zumindest ein Teil der verantwortlichen Wissenschaftler in großer Sorge, dass Trump die Veröffentlichung blockieren wird.

Bis 18. August müssen 13 Regierungsorganisation das Werk abzeichnen, darunter die Umweltbehörde EPA. Sie wird vom Klimawandel-Leugner Scott Pruitt geführt. Pruitt ist einer der führenden Köpfe hinter dem geplanten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.

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Der dem Weißen Haus zur Freigabe vorliegende Bericht widerspreche in allen Punkten den beharrlichen Aussagen Trumps und seiner Gefolgsleute, wonach ein Beitrag des Menschen zum Klimawandel nicht bewiesen sei. Unter anderem werden extreme Wettervorkommnisse in den USA selbst, etwa eine Hitzewelle in Texas, in Zusammenhang mit dem Klimawandel gestellt. Das Heranrücken an Beweise für diesen Zusammenhang ist nach Angaben der „New York Times“ eine der wesentlichen Errungenschaften des Berichts.

„Beweise für den Klimawandel sind reichlich vorhanden“, zitiert die „New York Times“ aus dem Bericht. Man könne vielfältig belegen, was für eine große Rolle der Mensch für die Veränderung des Klimas spiele, vor allem mit Blick auf den Ausstoß von Treibhausgasen.

Der Report ist Teil einer Art nationalen Klimaberichts (National Climate Assessment), den der US-Senat alle vier Jahre anfordert. Die nationale Akademie der Wissenschaften hat ihn freigezeichnet - nun warten die Autoren auf Trumps Freigabe.

Es ist das erste Mal, dass Trumps Regierung zu einem solchen Bericht Farbe bekennen muss. Vom Weißen Haus oder der Umweltschutzbehörde EPA gab es zunächst keine Reaktion.

In den USA selbst sind bereits jetzt große Teile der Bevölkerung von den Folgen des Klimawandels betroffen. Die Ureinwohner von Alaska plagen existenzielle Sorgen um ihren Lebensraum und ihre Nahrungssicherheit. Auch an der dicht besiedelten Ostküste drohen Siedlungen vom Atlantik verschluckt zu werden.

Die US-Regierung unter Trump und große Teile der US-Republikaner zweifeln den menschlichen Beitrag zum Klimawandel an. Trump hat eine scharfe Abkehr von der Politik Barack Obamas vollzogen, der den Kampf gegen den Klimawandel zuletzt in den Mittelpunkt gestellt hatte.

Die USA hatten erst vor wenigen Tagen die Vereinten Nationen offiziell darüber informiert, dass sie aus dem Klimaabkommen von Paris aussteigen wollen. Der von fast 200 Nationen unterzeichnete Pakt sieht vor, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu bremsen.

Viele US-Bundesstaaten, Kommunen, Unternehmen und Behörden haben jedoch angekündigt, den Kampf gegen den Klimawandel unbeirrt fortzusetzen. Der frühere Präsidentschaftsbewerber Al Gore stellte am Dienstag in Berlin einen Film unter dem Titel „Immer noch eine unbequeme Wahrheit: Unsere Zeit läuft“ vor, der sich mit den Folgen des Klimawandels beschäftigt. Mit dem oscarprämierten Film „Eine unbequeme Wahrheit“ hatte Gore 2006 weltweit Aufsehen erregt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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