„Women20 Summit“: Frauengipfel übergibt Forderungen an Merkel

„Women20 Summit“: Frauengipfel übergibt Forderungen an Merkel

, aktualisiert 26. April 2017, 19:37 Uhr
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Teilnehmer des W20-Gipfels übergeben Angela Merkel einen Forderungskatalog.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Auftritt von Ivanka Trump war auch am zweiten Tag des Frauengipfels das beherrschende Thema. Dabei war sie da schon nicht mehr dabei. „Liebenswürdig“ sei die Kanzlerin gewesen. Alles gut also? Jein.

Berlin/WashingtonZum Abschluss des W20-Gipfels in Berlin haben die Teilnehmerinnen einen Forderungskatalog zur Stärkung der Frauen weltweit an Kanzlerin Angela Merkel übergeben. Darin wird unter anderem eine Steigerung der Beschäftigung von Frauen um 25 Prozent bis 2025 verlangt. Das Abschlusspapier der zweitägigen Beratungen fordert auch mehr Unterstützung für Frauen als Unternehmer und eine systematische Einbeziehung der Geschlechtergerechtigkeit in die Politik der G20-Staaten.

Der „Women20 Summit“ (W20) wurde im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft ausgerichtet. Merkel sagte am Mittwoch zu, die Forderungen beim Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im Juli in Hamburg einzubringen. Eine der prominentesten Teilnehmerinnen des Gipfel, die amerikanische Präsidenten-Tochter Ivanka Trump, war am zweiten Tag nicht mehr dabei.

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Bei einem Gala-Dinner am Dienstagabend dankte Merkel der offiziell als „First Daughter“ betitelten 35-Jährigen für ihren Besuch: „Ich freue mich sehr, dass Sie die Reise nach Deutschland gewagt haben. Ich hoffe, wir sind ein gutes Publikum für Sie und Sie können noch mit einigen neuen Ideen zurückfahren.“

Ivanka Trump sagte im ZDF-„Morgenmagazin“, Merkel sei ein tolles Beispiel „für Frauen auf höchster politischer Ebene“ und in vielerlei Hinsicht eine Vorreiterin. „Sie war sehr liebenswürdig und herzlich“, sagte Trump.

US-Medien berichteten allerdings von „Buhrufen“ gegen Ivanka Trump während des Frauengipfels, an dem Merkel und Trump teilnahmen. Auf der News-Webseite des Trump-nahen Senders Fox etwa hieß es: „Deutsche verhöhnen Ivanka Trump, als sie ihren Vater verteidigt.“ Die „Washington Post“ schrieb, der Auftritt der Präsidententochter sei eine Mischung aus „Applaus und Buhrufen“ gewesen.

Während des Frauengipfels waren allerdings keine lauten „Buh“-Rufe zu hören. Vielmehr gab es ein Aufstöhnen von wenigen Sekunden, als Ivanka Trump ihren Vater gegen den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit verteidigte und erklärte, sie wisse aus eigener Erfahrung, dass er eine positive Haltung zu Frauen habe.

Donald Trump hat sich nach Live-Mitschnitten von US-Medien in der Vergangenheit gegenüber Frauen mehrfach abschätzig und sexistisch geäußert. In deutschen Medien wurde das Raunen im Publikum erwähnt, aber nicht als Überschattung des Treffens gewertet.

Merkel hob bei der Abendveranstaltung Ivanka Trumps Engagement für Frauen hervor. „Liebe Ivanka Trump, ich möchte mich auch bei Ihnen ganz herzlich bedanken für die Initiative, in die G20 einen Fonds zur Förderung des Unternehmertums von Frauen in Entwicklungsländern einzubringen“, sagte Merkel.

Ivanka Trump bedankte sich mit einer Reihe von Tweets für ihre Erlebnisse in Berlin und zeigte sich beeindruckt vom Besuch des Holocaust-Mahnmals. Sie sei von der Geschichte des Mahnmals, das an die sechs Millionen jüdischen Opfer der NS-Zeit erinnert, „tief bewegt“, schrieb sie am Mittwoch bei Twitter. Dazu postete Trump, die jüdischen Glaubens ist, ein Bild, das sie im Stelenfeld zeigt. Und sie bedankte sich bei Merkel für das „unglaubliche Panel“ von versierten Frauen bei dem internationalen Gipfel.

Quelle:  Handelsblatt Online
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