Wütende Proteste: US-Ministerin ergreift die Flucht

Wütende Proteste: US-Ministerin ergreift die Flucht

, aktualisiert 11. Februar 2017, 00:01 Uhr
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Angeschlagen nach einer nur denkbar knappen Ernennung zur Erziehungsministerin wollte Betsy DeVos am Freitag bei einem Besuch in einer öffentlichen Grundschule in Washington die Wogen glätten. Doch nach heftigen Protesten musste sie umkehren und später durch einen Nebeneingang zurückkehren.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Ärger hört nicht auf. Amerikas umstrittene Milliardärs-Ministerin hat einen schweren Stand. Am Freitag endete ein geplanter Besuch in einer öffentlichen Schule im Eklat.

WashingtonDemonstranten haben die frisch gebackene US-Bildungsministerin Betsy DeVos am Betreten einer öffentlichen Schule in Washington gehindert. Eltern postierten sich am Freitag mit Schildern vor dem Eingang der Jefferson Middle School Academy und ließen DeVos nicht passieren, wie ein Video des Fernsehsenders WJLA-TV zeigt. Sichtlich irritiert machte DeVos daraufhin kehrt und fuhr in einem Wagen davon.

Bei CNN sagte DeVos im Anschluss, sie respektiere friedlichen Protest, lasse sich aber davon nicht von ihrer Arbeit abhalten. Sie sei danach auf einem anderen Weg in die Schule gelangt. Laut WJLA-TV hatte eine Lehrervereinigung den Protest organisiert. DeVos' Ernennung war mit großen Schwierigkeiten verbunden, ihr wird von vielen Seiten die Kompetenz für das Amt abgesprochen.

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Als bislang einziges Mitglied von Donald Trumps Regierungsmannschaft wurde sie nicht vom Senat bestätigt, Vizepräsident Mike Pence musste mit seiner Stimme das Patt aufheben und sie ins Amt bringen. DeVos war im Wahlkampf eine der großzügigsten Spenderinnen für Donald Trump.

DeVos sieht ihre Aufgabe darin, den Eltern von Schulkindern mehr Wahlfreiheiten zu geben. Sie plädiert für eine Gutschein-System, bei dem die Eltern entscheiden können, ob sie ihr Geld einer öffentlichen oder privaten Schule geben wollen. Öffentliche Schulen sollen daneben von privaten, gewinnorientierten Gesellschaften betrieben werden. In ihrem Heimatstaat Michigan hat sie die Gründung eines Netzwerks von praktisch unregulierten Privatschulen angestoßen, die mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Schulen mit schlechter Qualität oder ungenügenden Leistungen können in Michigan auch nicht mehr von Aufsichtsbehörden geschlossen werden.

Bei ihren Anhörungen im Senat weigerte sie sich teilweise die Fragen zu beantworten, zum Beispiel, ob öffentlich finanzierte Privatschulen nach den gleichen Standards für die Verwendung der Gelder verantwortlich gemacht werden sollen wie öffentliche Schulen. Auf die Frage nach Waffen in Schulen sagte sie, sie könne sich das vorstellen, zum Beispiel um Schüler vor Grizzlybären zu schützen. Auf die Frage von Senator Bernie Sanders, ob ihre Familie im Laufe der Jahre zusammen rund 200 Millionen Dollar an die republikanische Partei gespendet habe, räumte sie ein, das könne möglich sein. Einen Zusammenhang mit ihrer Nominierung sieht sie aber nicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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