Zehn Airports betroffen: USA und Briten verbieten elektronische Geräte auf vielen Flügen

Zehn Airports betroffen: USA und Briten verbieten elektronische Geräte auf vielen Flügen

, aktualisiert 21. März 2017, 19:03 Uhr
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Geräte wie Laptops oder Kameras, die größer als ein Handy sind, müssen spätestens ab Freitag mit dem Gepäck aufgegeben werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Die USA sollen auf Pläne von Extremisten aufmerksam geworden sein, Sprengsätze in elektronische Geräte zu verstecken. Wer von bestimmten Flughäfen in die USA reist, darf Laptops nicht mehr im Handgepäck mitführen.

Washington/London/BerlinReisende von bestimmten Flughäfen in muslimischen Ländern dürfen auf Flügen in die USA künftig keine größeren elektronischen Geräte mehr in ihrem Handgepäck mitführen. Betroffen seien zehn Airports, teilte das US-Heimatschutzministerium am Dienstag mit. Geräte wie Laptops oder Kameras, die größer als ein Handy sind, müssen spätestens ab Freitag mit dem Gepäck aufgegeben werden. Damit reagiere man auf eine Terrordrohung. Die britische Regierung führte ähnliche Maßnahmen für sechs muslimische Staaten ein.

Das US-Verbot gilt für Flughäfen in Amman, Kairo, Kuwait-Stadt, Doha, Dubai, Istanbul, Abu Dhabi, Casablanca, Riad und Dschidda. Betroffen sind den amerikanischen Behörden zufolge unter anderem die Gesellschaften Royal Jordanian Airlines, Egypt Air, Turkish Airlines, Saudi Arabian Airlines, Kuwait Airways, Qatar Airways, sowie Emirates und Etihad Airways. Da keine US-Gesellschaft von den Flughäfen aus in die USA fliegt, sind amerikanische Unternehmen nicht betroffen. Medizinische Geräte sind von der Regel ausgenommen. Auch US-Bürger müssen sich an die Vorschrift halten.

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Insidern zufolge wurden die USA vor Wochen auf Pläne von Extremisten aufmerksam, Sprengsätze in elektronische Geräte zu verstecken, um damit Anschläge zu verüben. Dem Ministerium zufolge könnte das Verbot auf andere Airports ausgedehnt werden, wenn die Lage dies erfordere. Nach US-Angaben gilt die Maßnahme auf unbestimmte Zeit. Dagegen erklärte Emirates Airlines, sie sei bis Mitte Oktober befristet.

Das US-Heimatschutzministerium wies eine Verbindung zu dem von Präsident Donald Trump geplanten Einreiseverbot aus mehreren muslimischen Staaten zurück. Es sei nach Flughäfen und nicht nach Ländern vorgegangen worden, sagte eine Sprecherin.

Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May kündigte ähnliche Maßnahmen für Passagiere an, die aus den sechs Staaten Türkei, Libanon, Jordanien, Ägypten, Tunesien und Saudi-Arabien nach Großbritannien einfliegen. Die britischen Behörden geben dabei konkrete Zentimeter-Angaben für zugelassene Geräte vor: Eine Länge von nicht mehr als 16 cm, eine Breite von bis zu 9,3 cm und die Höhe maximal 1,5 cm. Geräte, die einen oder mehrere dieser Vorgaben überschreiten, müssen in den Koffer. "Wir sind der Ansicht, dass diese Schritte notwendig und angemessen sind, um eine sichere Reise der Passagiere zu gewährleisten", sagte der Sprecher.

Reuters hat aus US-Kreisen erfahren, dass ein Kommando-Einsatz im Januar im Jemen Informationen über Bombenbau-Verfahren der Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) erbracht haben soll. Die Islamisten-Gruppe hat sich zu dem Versuch bekannt, 2009 mit einer in der Unterhose eines Nigerianers versteckten Bombe ein Passagierflugzeug über Detroit zum Absturz zu bringen. Sie beansprucht zudem für sich, hinter dem Angriff auf das Büro der Satirezeitung "Charlie Hebdo" 2015 in Paris zu stecken. Zu den Mitgliedern der AKAP soll der bekannte Bombenbauer Ibrahim Hassan al-Assiri gehören.

Anders als die USA und Großbritannien plant Deutschland keine Laptop-Verbote in Flugzeugkabinen oder andere zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr. „Vergleichbare Regelungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht vorgesehen“, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag mit. Die Bundesregierung sei von den Vereinigten Staaten vorab über die Schritte informiert worden, sagte der Sprecher weiter. „Deutsche Flughäfen sind von den aktuell angeordneten Maßnahmen nicht betroffen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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