Zinsentscheid: Japans Notenbank lässt den Geldhahn offen

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Zinsentscheid: Japans Notenbank lässt den Geldhahn offen

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Japans Notenbank lässt den Geldhahn weit offen und sieht erste Erfolge ihrer ultralockeren Politik. Die Aussichten für die Wirtschaft schätzen die Währungshüter inzwischen günstiger ein.

Japan soll die wirtschaftliche Dauerkrise überwinden - dafür kämpfen Regierung und Notenbank mit ungewöhnlichen Maßnahmen. Wie erfolgreich der neue Kurs ist, lässt sich noch nicht absehen. Doch die Zentralbank versprüht Optimismus.

Japans Zentralbank bleibt bei ihrem aggressiven Kurs, um das Land aus der Stagnation zu reißen. Die Notenbanker hoben am Mittwoch ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage an und beschlossen, die Lockerung der Geldpolitik vorerst unverändert fortzusetzen. Das erklärte die Bank of Japan (BoJ) nach zweitägigen Beratungen.

Die Notenbank hatte Anfang April die Geldschleusen noch weiter als zuvor geöffnet und will zusammen mit der Regierung den Stillstand der Wirtschaft bekämpfen. Mit der extrem expansiven Geldpolitik will die Notenbank die jahrelange Deflation mit fallenden Preisen überwinden und die Landeswährung Yen schwächen, um im Gegenzug die Exportindustrie zu stärken.

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Der Rückgang der Ausfuhren sei zu Ende, erklärte die BoJ. Außerdem verbessere sich die Stimmung unter den Verbrauchern. Die Erwartung einer Konjunkturerholung hat die Tokioter Börse auf den höchsten Stand seit über fünf Jahren steigen lassen.

Japans Lage

  • Schuldenstand 2013

    245,0

    Angaben in Prozent des BIP

    Quelle: IWF

  • Neuverschuldung 2013

    -9,1

    Angaben in Prozent des BIP

    Quelle: IWF

  • Leistungsbilanzsaldo 2013

    2,3

    Angaben in Prozent des BIP

    Quelle: IWF

Allerdings hat die japanische Wirtschaft im April nicht so stark von der Yen-Abwertung profitiert wie erhofft. Das Handelsbilanzdefizit stieg auf zwar auf 879,9 Milliarden Yen (6,6 Mrd Euro) und damit den höchsten April-Wert seit 1979. Die Ausfuhren der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt erhöhten sich dabei im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent, wie das Finanzministerium am Mittwoch in Tokio bekanntgab. Allerdings hatten Volkswirte sogar einen Anstieg von 5,4 Prozent prognostiziert. Ein Hindernis für Japan sei die derzeitige wirtschaftliche Schwäche Europas.

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Die Leitzinsen liegen in Japan schon seit langem bei null. Die Notenbank kauft daher nun verstärkt auch Staatsanleihen und riskantere Finanzinstrumente, um den stotternden Wirtschaftsmotor wieder anzuwerfen. Ziel ist eine Inflation von zwei Prozent. Einige Indikatoren deuteten bereits einen Anstieg der Inflationserwartungen an, hieß es. Kritiker der Finanzpolitik der neuen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe, der von der BoJ und ihrem neuen Chef Haruhiko Kuroda kräftige Schützenhilfe erhält, warnen jedoch bereits vor dem Entstehen einer neuen Blase.

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