
Außenminister Guido Westerwelle entdeckt immer stärker die Liebe zur Wirtschaft. Nachdem er bereits bei seiner ersten Golf-Reise eine Wirtschaftsdelegation mitgenommen hat, startet er heute schon wieder mit Firmenvertretern an Bord des Regierungs-Airbus. Diesmal geht es nach Japan und China. Bereits seine Vorgänger Klaus Kinkel und Frank-Walter Steinmeier hatten die Diplomatie in den Dienst auch der deutschen Wirtschaftsinteressen gestellt. "Kaufen Sie bei uns", rief Westerwelle jetzt seinen Gesprächspartnern am Golf mehrfach zu.
Als Oberverkäufer deutscher Produkte wird er von den Unternehmern bereits gelobt. Aber prompt gerät der FDP-Chef in den Verdacht, als "Außenwirtschaftsminister" seinem Parteifreund Rainer Brüderle Konkurrenz machen zu wollen. Schon Steinmeier hatte diesen Titel getragen, weil er mit der Botschaft einer "Energieaußenpolitik" um die Welt reiste. Dabei kann die politische Flankierung aus Sicht der Industrie gar nicht groß genug sein.
Andere EU-Staaten schicken eigene Handelsminister um den Globus. Und wenn ausländische Staatschefs wie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy reisen, schnellt die Zahl mitfliegender Manager schnell in dreistellige Bereiche. Das ginge bei der Bundesregierung schon deshalb nicht, weil der Exportweltmeister Deutschland nicht über die entsprechenden Flugzeuge verfügt. ink













