
HB DÜSSELDORF. Der frühere nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet hat den Kampf um den CDU-Landesvorsitz eröffnet. Durch seinen Landesgeneralsekretär Andreas Krautscheid ließ der gebürtige Aachener am Freitag in Düsseldorf mitteilen, dass er für den Posten des Landeschefs kandidieren werde. Laschet ist damit erster und bislang einziger offizieller Kandidat für die Nachfolge des bisherigen Landeschefs der Christdemokraten, Jürgen Rüttgers. Allerdings soll sich auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen für das Amt interessieren.
Unterstützt wird Laschet nicht nur von Krautscheid, sondern auch vom CDU-Fraktionschef im nordrhein-westfälischen Landtag, Karl-Josef Laumann, und dem Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Hintze. Sie sprachen sich für einen Landesvorsitzenden aus, der bereits jetzt an Rhein und Ruhr tätig ist. Vielen in der Partei sei Laschet jedoch zu liberal, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger" vorab unter Berufung auf das Rüttgers-Umfeld. Hintze sagte der Zeitung, er wünsche sich, dass sich der Landesverband für eine Kandidatur Laschets entscheide, und sehe dafür auch gute Chancen.
Neben Laschet wird auch Bundesminister Röttgen als Kandidat für den CDU-Chefsessel in Nordrhein-Westfalen gehandelt. Laschet sagte, er habe Röttgen am Vortag über seine beabsichtigte Kandidatur informiert. Ob sich der Umweltminister nun ebenfalls zur Wahl stellen wolle, sei noch unklar. Dem Bonner "Generalanzeiger" sagte er, wenn es zwei Kandidaten geben werde, halte er eine Mitgliederbefragung für richtig.
Der "Kölner Stadt-Anzeiger" schrieb, Röttgen erwäge unverändert eine Kandidatur. Unter Berufung auf führende Parteikreise heißt es, der Minister sei "kampfbereit" und es sei "recht sicher, dass er antritt".
Laschet begründete seine Kandidatur im "Generalanzeiger" damit, dass die derzeitige Oppositionslage der CDU wegen einer instabilen, von der Linken tolerierten rot-grünen Landesregierung nicht vergleichbar sei mit früheren Lagen. "In dieser Situation ist es wichtig, im Land alle Kräfte der Opposition zu bündeln." Das Konzept mit Krautscheid als Generalsekretär, Laumann als Fraktionschef und ihm selbst als Parteichef sei "das Signal: Wir sind jederzeit in der Lage, die Landesregierung zu übernehmen".
Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Günter Krings, kritisierte unterdessen im "Kölner Stadt-Anzeiger", die Art und Weise der Kandidatur Laschets. "Ich bin überrascht, dass man den Zeitplan verworfen hat", sagte der Bundestagsabgeordnete. Schließlich hätten sich die Anwärter für das Amt erst Ende August erklären sollen. Am 30. August läuft die Bewerbungsfrist für den Posten des Landesvorsitzenden aus. Krings sagte, eine Auswahl zwischen mehreren Kandidaten täte dem Landesverband gut.
Auch wer bei einer eventuellen Neuwahl des Landtags als Spitzenkandidat antreten würde, ist bislang unklar, wie eine CDU-Sprecherin sagte. Eine Neuwahl könnte nötig werden, wenn die rot-grüne Minderheitsregierung scheitert.














