BERLIN. So liegt der Anteil von Studenten ohne Abitur in Berlin bei fast drei, in Hamburg bei 2,7 und in Hessen immerhin bei 2,4 Prozent. Die Schlusslichter Bayern, Saarland und Sachsen hingegen kommen lediglich auf Quoten von rund 0,2 Prozent.
Auf dem Bildungsgipfel 2008 hatten Bund und Länder beschlossen, künftig wesentlich mehr beruflich Qualifizierten den Weg an die Hochschulen zu ebnen. Das soll vor allem helfen, den von der Wirtschaft beklagten Akademikermangel in Deutschland zu beheben.
Im Frühjahr 2009 einigten sich die Kultusminister dann darauf, Meistern und ähnlich Qualifizierten den allgemeinen Hochschulzugang zu gewähren und Gesellen mit Berufspraxis ein fachgebundenes Studium zu erlauben. Dieser Beschluss ist allerdings nicht bindend. In der Praxis sei er noch lange nicht überall umgesetzt, und wenn ja, dann in unterschiedlicher Form, kritisieren die Autoren der Studie Sigrun Nickel und Britta Leusing. So verlangen die einen eine spezielle Prüfung, die anderen mindestens ein Probesemester.
Neben einem einheitlichen und einfachen Zugangsverfahren fehle es aber auch an einer besseren finanziellen Förderung der Studenten ohne Abitur, die häufig älter sind und schon Familie haben. Daneben sei zwingend nötig, dass die Hochschulen selbst diese Klientel nicht länger als Randgruppe betrachteten.
Als Vorbild verweist die Studie auf England und Schweden, wo 15 und sechs Prozent aller Studenten nicht auf traditionellem Weg in die Hochschule gelangen. Vor allem England habe den großen Sprung auf diesem Feld mit Hilfe eines nationalen Büros geschafft, das direkte Absprachen mit den Hochschulen trifft. Dazu kommen besondere Finanzhilfen. "Beides fehlt jedoch der deutschen Qualifizierungsinitiative", rügen die CHE-Experten.











