100 Lkw : Deutschland schickt Hilfskonvoi in die Ukraine

100 Lkw : Deutschland schickt Hilfskonvoi in die Ukraine

, aktualisiert 05. Oktober 2014, 13:13 Uhr
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Über einen Einsatz von Bundeswehrsoldaten in der Ukraine wurde noch nicht verhandelt. Deutsche Hilfsgüter sind dafür bereits unterwegs.

Bis zu eine Million ukrainische Flüchtlinge stehen vor einem harten Winter. Deutschland setzt deswegen einen Hilfskonvoi in Bewegung. Mitte Oktober sollen Güter im Gesamtwert von zehn Millionen Euro die Region erreichen.

Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagte Winterhilfe für notleidende Ukrainer ist auf dem Weg in die Krisenregion. Ein dezentral organisierter deutscher Hilfskonvoi mit mehr als 100 Lastwagen enthält Hilfsgüter im Gesamtwert von rund zehn Millionen Euro überwiegend für den umkämpften Osten der Ukraine, wie das Entwicklungsministerium am Samstag mitteilte. Der Transport soll bis Mitte des Monats im Konfliktgebiet eintreffen.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will am 14. Oktober in Charkow einen Teil der Lieferung übergeben. Der Lkw-Konvoi transportiert unter anderem mobile Wohneinheiten und Küchen, Heizgeräte, Generatoren, Wasser- und Dieseltanks, Winterkleidung, Decken und Feldbetten. Ein Drittel der Hilfsgüter soll in der Ukraine gekauft werden, auch um die dortige Wirtschaft zu unterstützen und „bedarfsgerecht“ zu liefern, wie eine Ministeriumssprecherin am Sonntag erklärte.

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Die Zollabfertigung aller gut 100 Lastwagen ist für Dienstag (7.10.) an der polnisch-ukrainischen Grenze bei Jagodyn geplant. Anschließend steuern die aus 17 deutschen Städten kommenden Lastwagen ein Verteilzentrum in der ukrainischen Hauptstadt Kiew an, wo die Ladung umgepackt und in verschiedene Regionen des Landes geschickt wird.

Der logistische Aufwand der Hilfsaktion sei erheblich, letzte Details stünden erst seit dem 3. Oktober fest, betonte das Ministerium. Die Zusammenstellung des Transports sei „eng mit der ukrainischen Regierung abgestimmt“ und vor allem für ostukrainische Städte wie Charkow, Slawjansk und Dnjepropetrowsk bestimmt. In der Ukraine gelten etwa 500.000 Menschen als Binnenflüchtlinge, nach Schätzungen ist die Zahl sogar doppelt so hoch. „Wir wollen damit ein Zeichen der Solidarität setzen“, erklärte Minister Müller.

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Kanzlerin Merkel (CDU) hatte der Ukraine bei einem Besuch Ende August Finanz- und Wirtschaftshilfe für den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur im Osten versprochen. Sie kündigte dabei auch 25 Millionen Euro Hilfe für Flüchtlinge an. Der am Wochenende gestartete Transport wurde vom Entwicklungsministerium, dem Auswärtigen Amt, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Deutschen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk organisiert.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte im Sommer mit einem Hilfskonvoi von mehr als 200 Lastwagen für die ostukrainische Krisenregion Besorgnis ausgelöst. Dieser Transport lief ohne Zustimmung der Kiewer Regierung und ohne Begleitung durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) über die ukrainische Grenze Richtung Lugansk und beschäftigte auch den UN-Sicherheitsrat.

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