152 Castor-Behälter: Radioaktiver Atommüll soll in die USA geschafft werden

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Eingang zum Forschungszentrum Jülich

152 Castor-Behälter mit hoch radioaktiven Brennelementen des seit 1988 abgeschalteten Forschungsreaktors in Jülich sollen in die USA transportiert werden.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche forderten die Vertreter des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen bei der letzten Aufsichtsratssitzung erstmals, „alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um eine Verlagerung der AVR-Brennelemente in die USA zu ermöglichen“. Für das strahlende Erbe ist das Forschungszentrum verantwortlich, das Bund und Land NRW zu 90 und 10 Prozent tragen.

„Eine Entscheidung über die Möglichkeit der Annahme soll bis Ende dieses Jahres getroffen werden“, sagte ein Sprecher des Bundesforschungsministeriums in Berlin und bestätigte damit den Bericht. Das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium erklärte, es gebe Gespräche mit dem US-Energieministerium über die Frage der Rückgabe des Atommülls.

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Die Brennelemente werden derzeit noch in Jülich gelagert, die Genehmigung des Zwischenlagers in Jülich läuft aber im Juni aus. Für einen Umbau nach neuem Stand ist der Platz nach Expertenmeinung zu knapp. Bereits vor einigen Jahren wurde deshalb die Verlegung ins 175 Kilometer entfernte Zwischenlager Ahaus beantragt. Die rot-grüne Landesregierung möchte nach Informationen der WirtschaftsWoche aber den Transport in NRW gern vermeiden, damit sie zum Schutz eines Atomtransports keinen Polizeieinsatz gegen Demonstranten verantworten muss.

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Nur ein Kühlturm dampft am Dienstag (13.07.2010) in Gundremmingen (Schwaben) neben dem Atomkraftwerk. Quelle: dpa

Grundlage für den geplanten Export in die USA ist das „internationale Non-Proliferationsabkommen“. Danach nehmen Lieferstaaten spaltbares Material zurück, wenn es waffentauglich ist, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Das Bundesforschungsministerium bestätigte gegenüber der WirtschaftsWoche, dass derzeit mit der US-Regierung über einen Transport verhandelt wird: „Es ist vorgesehen, dass eine Entscheidung über die Möglichkeit der Annahme der Brennelemente bis Ende dieses Jahres getroffen wird.“

Kritiker sagen, hier werde Atommüll ins Ausland verschoben. Die Bundesregierung betont dagegen, es handle sich um Überbleibsel aus der Forschung, die nicht als Abfall gälten. Noch zu Anfang des Jahres hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier beteuert, in seiner Amtszeit werde es keinen Export von Atommüll ins Ausland geben.

Mit Material von dpa

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