20 Jahre Mauerfall: Vorwärts, in die Gewinn-Zone!

20 Jahre Mauerfall: Vorwärts, in die Gewinn-Zone!

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Deponie bei Bitterfeld im Jahr 1992

von Mark Fehr

Nach der Wende, eingeleitet durch den Mauerfall vor 20 Jahren, startete das größte wirtschaftspolitische Programm der deutschen Geschichte: Die Integration von Ost und West zu einer gemeinsamen Volkswirtschaft, die Verschmelzung der damaligen Deutschland AG mit den einst volkseigenen Industriekombinaten der Ex-DDR. Die Soziale Marktwirtschaft löste die Planwirtschaft ab, Staatsbetriebe gingen in private Hände über und die D-Mark wurde Zahlungsmittel aller Deutschen.

Bürger beider Teile Deutschlands starteten 1990 euphorisch in die Wiedervereinigung. Bald schon werde es auch in den neuen Ländern "blühende Landschaften" geben, versprach der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Auf die anfängliche Begeisterung folgte schnell Ernüchterung. Politiker und Bürger hatten unterschätzt, wie lange der Wiederaufbau der ostdeutschen Wirtschaft dauern - und welche immensen Mittel dieser verschlingen würde.

Heute dagegen herrscht Klarheit, wie teuer die Deutsche Einheit war. Zwei Billionen Euro an Transfers und Subventionen sind von 1990 bis 2009 von West nach Ost geflossen. Die WirtschaftsWoche zeigt (in Ausgabe 45, ab Montag, 2. November, am Kiosk) , wo diese gigantische Summe die Landschaften zum blühen brachte - und wo nicht.

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Ost-Männer sterben früher

Die Subventionen haben dem Osten ohne Zweifel bei seiner erstaunlichen wirtschaftlichen Aufholjagd geholfen. Der Wohlstand der Ostdeutschen ist explodiert, die Infrastruktur ist stellenweise moderner als im Westen. Andererseits fehlen den neuen Ländern nach wie vor wettbewerbsfähige Industrieunternehmen, die Arbeitslosigkeit liegt deutlich höher als im Westen.

Sogar bei der Lebenserwartung ist der Osten benachteiligt – zumindest, was die Herren der Schöpfung betrifft: Ost-Männer sterben deutlich früher als West-Männer, selbst in den Jahrgängen weit nach der Wiedervereinigung. Bei den Frauen dagegen haben sich die unterschiedlichen Lebenserwartungen von Ost- und Westbürgern wesentlich schneller angeglichen.

Leuchttürme und Schmuckstücke

Die WirtschaftsWoche hat recherchiert, was einzelne Branchen und Unternehmer aus den Staatshilfen gemacht haben. So steht die Dresdner Chipindustrie immer noch als stolzer Leuchtturm, obwohl mit Qimonda kürzlich eines der Aushängeschilder des Silicon Saxony zusammengebrochen ist. Die Autobauer In Thüringen und Sachsen kämpfen dagegen heftig mit der Krise, nicht anders als ihre westdeutschen Kollegen. Allerdings haben die Subventionen die ostdeutsche Autoindustrie behäbig gemacht. Bei Forschung und Entwicklung hängt sie dem Westen deutlich hinterher, zeigt eine aktuelle Studie.

Solar- und Biospritfirmen nährten die Hoffnung, mit erneuerbaren Energien dort für Aufschwung zu sorgen, wo einst der Rauch aus den Schloten der DDR-Kombinate die Sonne verdunkelte. Jetzt muss sich die Öko-Vision einem Stresstest stellen: Die Sonnenindustrie verlagert Standorte nach Asien, weil dort die Produktion billiger ist. Und Biosprit-Barone, wie der Verbio-Chef Klaus Sauter, leiden unter einem Überangebot an Ökodiesel. Ein wahres Schmuckstück der ostdeutschen Wirtschaft findet sich in Form der Luxusuhrenbranche im sächsischen Glashütte. Ob es die fleißigen Uhrmacher auch ohne Staatshilfe geschafft hätten?

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