Kommentar30-Stunden-Woche für junge Eltern: Ihr Kinderlein kommet - die SPD hat eine neue Idee

27. Dezember 2012
von Anke Henrich

Das darf man vermutlich als Totgeburt bezeichnen. Um Elternschaftverweigerer zwischen 25 und 40 Jahren fürs Kinderzeugen zu erwärmen, fordert SPD-Generalsekretärin Andreas Nahles staatlich geregelte 30 Stunden-Wochen für Mütter und Väter. Steuerzahler und Unternehmen sollen es richten.  

Der Plan: Damit nicht der Vater als Familienernährer Überstunden mache und derweil die Mutter als Hüterin von Herd und Kind ganz aus dem Job verschwinde, sollen beide Elternteile künftig je 30 Stunden die Woche werktätig bleiben und sich in der freigeschlagenen Zeit daheim die Familienarbeit teilen.

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Einen Teil des dann fehlenden Lohns soll der Staat, also der Steuerzahler, den Eltern überweisen. Arbeitgeber sollen bundesweit entsprechende Arbeitszeitmodelle anbieten.

Das tut schon beim Lesen weh. Wer bitte erklärt sich nur deshalb zur mühsamen Aufzucht eigener Brut bereit, weil er offiziell 30 statt wie bisher 38,5 Stunden arbeiten wird?

Auch wer 30 Stunden die Woche schafft, braucht für sein Kind/seine Kinder eine Ganztags-Betreuung in einem Hort, einer Kindertagesstätte oder einer Ganztagsschule. Ob Eltern den Platz an drei, vier oder fünf Wochentagen benötigen, spielt vor allem bei staatlichen Angeboten so gut wie keine Rolle. Bezahlt werden muss meist der volle Platz, falls man ihn überhaupt ergattern konnte.

Und wieso schließt der SPD-Wahlgag Frauen bis 24 Jahre und ab 41 Jahre von der staatlichen Fürsorge aus?

Wo sind die Firmen, die sich auf 30-Stunden-Modelle einlassen? 30 Stunden sind zu viel, um für die fehlenden Stunden eine andere Person einzustellen. Wer dieses Modell praktiziert hat, weiß: Der freie Tag fürs Kind wird durch Mehrarbeit an den vier Tagen im Job herausgeholt. Die To-Do-Liste für die meisten Angestellten und Selbstständigen wird schlicht in vier, hochkonzentrierten bis erschöpfenden Tagen abgearbeitet. Oder aber die lieben Kollegen müssen mehr arbeiten – auf Dauer auch keine Lösung. Zudem müssten beide Arbeitgeber der Elternteile entsprechende Angebote machen. Das klingt utopisch.

 

Familie und Beruf Nahles will 30-Stunden-Woche für junge Eltern

Die SPD will die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken: In einem Interview fordert Generalsekretärin Andrea Nahles eine staatlich bezuschusste 30-Stunden-Woche für junge Väter und Mütter.

Familie und Beruf: Nahles will 30-Stunden-Woche für junge Eltern

Und wo im verschuldeten Staatshaushalt versteckt sich denn bisher das Geld für die Ausgleichszahlungen?

Kinder bekommt, wer ein Leben mit Kindern will. In Deutschland fehlt es  – und das tut weh beim Schreiben – immer noch an qualifizierter, bezahlbarer Kinderbetreuung. Das ist die Lösung.

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Kommentare | 8Alle Kommentare
  • 27.12.2012, 13:15 Uhrman_glaubt_es_kaum

    Kann man die auch einweisen lassen.

    Keine müde Mark / € jemals für Deutschland produktiv erarbeitet und ständig dämliche Vorschläge vom Stapel lassen.

    Es ist himmelschreiend was die Politik mittlerweile von sich gibt. Die regierenden Parteien können noch so schlecht sein, die Opposition bekommt es stets moch schlechter hin.
    Unser Hosenanzug kriegt sich mittlerweile nicht mehr ein. Es gab noch nie eine Phase in der bei solch schlechter politischer Entscheidungen für die Bürger (die Auswirkungen massiver Steuererhöhungen und Einschränkung der Bürgerrechte kommen nach der Wahl), bei der die Regierung angeblich so hohe Umfragewerte (je nach dem wie und wen man fragt) aufweist.

    Manchmal kommt es mir vor als ob die regierung ein paar Maulwürfe in der Opposition platziert hat. anders kann man sich die aktuellen Vorkommnisse kaum mehr erklären.

  • 27.12.2012, 13:34 UhrStein

    Es ist wirklich unglaublich,wieviel Dummheiten in den SPD-Hirnen heranreifen.Gott bewahre uns vor einer Rot/Grünen Regierungsübernahme,unser Land wäre schnell abgewirtschaftet.Man sieht es doch schon an den "Links-Regierten"Bundesländern wohin diese Ideen führen,immer ans Ende der Skala.Der nächste Brüller wird die Vermögensteuer.Sie wird vor allem die Immobilienbesitzer/Vermieter treffen.Es wird dann so kommen,dass mit einigen Zeitverzug diese Steuer auf die Mieten umgelegt wird.Oder glauben die Politiker wirklich,dass die Vermieter diese Kosten übernehmen werden.Die SPD-Gelehrten werden sich dann wieder wundern,dass die Mieten schon wieder steigen und staatliche Bremsen verlangen.Dann werden noch weniger Wohnungen gebaut und die vorhandenen werden wieder teuerer.Das sind die typischen Denkmuster der Linken.

  • 27.12.2012, 13:41 Uhrbegra

    ist die allgemeine Dummheit schon als Ehrenmitglied in der SPD eingeschrieben?

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