Abgelehnte Asylbewerber: Nordafrikaner werden selten abgeschoben

Abgelehnte Asylbewerber: Nordafrikaner werden selten abgeschoben

, aktualisiert 09. Dezember 2016, 16:56 Uhr
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Abgelehnte Asylbewerber: Abschiebungen in Richtung Nordafrika sind weiterhin sehr selten. Viele Menschen verlassen Deutschland mittlerweile freiwillig.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Abschiebungsquote nordafrikanischer Menschen bleibt im Gegensatz zu Abschiebungen in die Westbalkanstaaten weiterhin sehr gering. Viele Menschen verlassen Deutschland allerdings auch freiwillig.

BerlinNach Nordafrika werden Menschen offenbar weiterhin selten aus Deutschland abgeschoben. Lediglich 281 Marokkaner, Tunesier und Algerier seien in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres abgeschoben worden, berichtet die „Welt“ aus einer ihr vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei. Im ersten Quartal seien es 57 Rückführungen, im zweiten 109 und im dritten 115 gewesen.

Die Gesamtschutzquote - also Asyl, Flüchtlings-, Subsidiär und Abschiebeschutz - der Nordafrikaner ist im dritten Quartal dem Bericht zufolge auf niedrigem Niveau gestiegen. Für Marokkaner liegt sie bei 6,1 Prozent, für Algerier bei 5,7 und für Tunesier bei 1,9 Prozent. Trotz der niedrigen Schutzquoten wurden die drei Staaten bisher nicht als sichere Herkunftsländer eingestuft. Allein im vergangenen Jahr kamen mehr als 13.000 Nordafrikaner mit der großen Wanderungsbewegung nach Deutschland. Im dritten Quartal 2016 waren es laut dem Easy-Erfassungssystem der Länder 1180 neu eingereiste Asylsuchende aus diesen drei Ländern.

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Am häufigsten gelingen Abschiebungen dem Bericht zufolge in die Staaten des Westbalkans. In den ersten drei Quartalen entfielen etwa drei Viertel (14.463) aller Abschiebungen (19.914) auf diese sechs Staaten. Weitere rund 3500 entfielen auf andere europäische Staaten - meist im Rahmen des Dublin-Abkommens. Nur die übrigen weniger als 2000 Abschiebungen erfolgten in nicht europäische Staaten. Zusätzlich reisten im laufenden Jahr fast 50.000 Ausreisepflichtige freiwillig aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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