Abgeltungsteuer: Bankenverband warnt vor Abschaffung der Abgeltungsteuer

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Michael Kemmer

Der deutsche Bankenverband warnt vor einer Abschaffung der Abgeltungsteuer.

"Die Abgeltungsteuer hat die Besteuerung von privaten Kapitalanlagen sowohl für die Bürger als auch für die Finanzverwaltung ganz wesentlich vereinfacht", sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Abgeltungsteuer sei nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund eingeführt worden, dass das bisherige Recht für den Kapitalanleger kaum noch durchschaubar und auch für die Finanzämter nicht mehr rechtssicher administrierbar gewesen sei. "Es wäre leichtfertig, mit der Forderung nach einer Rückkehr zu einer überkommenen Besteuerung von Kapitalanlagen Steuern zu erhöhen und die unbestrittenen Vorteile der Abgeltungsteuer wieder über Bord zu werfen", sagte Kemmer der WirtschaftsWoche.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte in einem Interview in der kommenden Ausgabe der WirtschaftsWoche eine Abschaffung der Abgeltungsteuer und höhere Steuersätze auf Kapitalerträge nach 2017 angeregt. Der WirtschaftsWoche sagte Schäuble, derzeit arbeite er mit Finanzministern aus mehr als 50 OECD-Ländern am automatischen Informationsaustausch zu Steuerdaten. "Wenn wir den bis 2017 wirksam hinbekommen, müssen wir auch nicht mehr länger sagen: 25 Prozent von X ist besser als 45 Prozent von nix", sagte der Finanzminister der WirtschaftsWoche: "Dann wären auch wieder höhere Steuersätze auf Kapitalerträge denkbar."

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Schäubles Amtsvorgänger Peer Steinbrück hatte die Abgeltungssteuer beschlossen. Der WirtschaftsWoche sagte Schäuble: "Damals bei der Einführung war das Argument, man müsse sich mit geringeren Sätzen zufrieden geben, weil in einer globalisierten Wirtschaft sonst massive Steuer-und Kapitalflucht drohe." Die Kapitalertragssteuer beläuft sich in Deutschland derzeit auf lediglich 25 Prozent, selbst für Großanleger, während die Lohnsteuer für einfache Arbeitnehmer bis zu 42 Prozent beträgt. Schäuble weiter: "Ich war nie ein Anhänger dieser Idee, aber ich war damals leider nicht zuständig."

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