Abstimmung: Duisburger wählen Sauerland ab

Abstimmung: Duisburger wählen Sauerland ab

Quelle:Reuters

Anderthalb Jahre nach der Katastrophe bei der Loveparade haben die Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland mit großer Mehrheit abgewählt.

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Zum Rücktritt gezwungen: Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) ist rund eineinhalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe bei dem Buergerentscheid abgewählt worden.

Gerade einmal 21.500 Duisburger hätten gegen den Verbleib des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland stimmen müssen, aber so knapp sollte es nicht werden. 130.000 Bürger entschieden sich gegen Sauerland.

Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, brach vor dem Rathaus der Ruhrgebietsstadt Jubel aus. Gegner Sauerlands ließen Raketen aufsteigen. Sauerland schien von der Niederlage überrascht. Er erschien alleine im Duisburger Rathaus. Begleitet von Buhrufen hob er kurzatmig und gehetzt wirkend eigene Erfolge hervor.

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„Ich habe mein Amt mit Herzblut und Leidenschaft ausgefüllt.“ Er hoffe, dass die politischen Parteien nach der Neuwahl die Kraft haben werden, aufeinander zuzugehen, und verabschiedete sich mit den Worten: „Gott schütze die Stadt Duisburg.“

Bereits Stunden vor der Bekanntgabe des Ergebnisses waren Dutzende Bürger vor das Rathaus gezogen. „Duisburg braucht wirklich den Neuanfang“, sagte ein älterer Herr. Die Stadt sei seit der Tragödie wie gelähmt. „Wir brauchen einen neuen Mann oder eine neue Frau an der Spitze von welcher Partei auch immer“, fügte er hinzu.

Über 40 Prozent Wahlbeteiligung

Kritiker hatten Sauerland wiederholt aufgefordert, die politische Verantwortung für das Unglück bei der Techno-Party zu übernehmen, bei dem im Juli 2010 21 Menschen ums Leben kamen und über 500 verletzt wurden.

Mit der Abstimmung am Sonntag ist erstmals in Nordrhein-Westfalen ein Bürgermeister durch einen Bürgerentscheid abgesetzt worden. Für Sauerlands Abwahl waren ein Viertel der Stimmen der 365.000 Wahlberechtigten nötig - rund 91.250. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent.

Eine Bürgerinitiative hatte mit Unterstützung des DGB, Verdi, SPD, den Grünen und der Linkspartei gegen Sauerland Front gemacht. Die Gegner Sauerlands hatten knapp 80.000 Unterschriften gesammelt, um damit das Abwahlverfahren ins Rollen zu bringen.

Der 56-jährige Politiker hatte 2004 die jahrzehntelange Herrschaft der SPD in der Ruhrgebietsstadt gebrochen und war 2009 für sechs Jahre wiedergewählt worden.

Quelle:  Reuters
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