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Kommentar Abwrackprämie für Heizungen: Gefangene der eigenen Ziele

von Max Haerder

Die Bundesregierung denkt darüber nach, den Austausch alter Heizungen mit einer Prämie zu belohnen. Ohne Subventionen geht bei der Energiewende offenbar nichts mehr.

Alte ausrangierte Heizkörper liegen nach einer Gebäude-Sanierung auf der Straße Quelle: dpa
Das Bundesumweltministerium erwägt die Einführung einer Abwrackprämie für alte Öl- und Gasheizungen Quelle: dpa

Wenn es um die Energiewende geht, hat die deutsche Politik ein sehr grundsätzliches Problem: Umweltschutz ist eine gute Sache, Energie einsparen hat Sinn, die Natur soll vor Raubbau beschützt werden, und weniger Verschwendung tut immer not. Subventionen hingegen sind nach dem Credo der Marktwirtschaft eine schlechte Sache, sie kosten Geld, sie verzerren die Märkte, sie belohnen tendenziell die falschen.

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Wo das Problem liegt? Die schwarz-gelbe Bundesregierung (wie schon ihr Vorgängerin) versucht das Gute mit den üppigen Mitteln des Schlechten zu erreichen. Niemand, so wirkt es, vertraut mehr auf die Anreize von Markt, Knappheit und dem Ansporn zu mehr Effizienz. Mit der EEG-Umlage, der Mutter aller Öko-Subventionen, wurde die Bundesrepublik mit den Milliarden der Stromverbraucher zu einem Solarpark hochgepäppelt, der jeder Beschreibung spottet. Mit großen Augen staunen die federführenden Minister Quartal für Quartal über die Förderrallyes, deren Grundlagen sie selbst geschaffen haben.

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Es drängt sich der Eindruck auf, dass wer Wende sagt, auch Subventionen sagen muss. Nicht zuletzt deshalb, weil Minister sich selten mit der vermeintlich passiven Rolle des Rahmensetzers begnügen wollen. Und so zeigen alle beteiligten Branchen mit Wonne auf die ehrgeizigen Pläne, Programme und Konzepte, lehnen sich zurück und singen im Chor: Ihr habe es gewollt, nun müsst ihr es fördern.

Schwarz-Gelb wird zum Opfer seiner eigenen Ziele.

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Nun also die Idee, den Austausch alter Heizungen gegen modernes Gerät zu fördern. Wer will etwas gegen die Ziele solcher Politik haben? Aber die Mittel sind zu kritisieren. Wer prämieren will und sich das Geld dafür bei Heizöl- und Gaslieferanten holt, die sich wiederum bei den Verbrauchern mit einem Aufschlag bedienen werden, arbeitet nach dem Prinzip: meine linke Tasche, deine recht e.

Mit der EEG-Umlage, die steigt und steigt, hat die Bundesregierung überhaupt erst die kletternden Energiekosten (und vielleicht eines Tages auch eine neue „Energiearmut“ mancher Haushalte) geschaffen, die sie nun wieder mit den Mitteln neuer Förderprogramme dämpfen will. Ein perpetuum mobile, überdreht und heiß gelaufen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.08.2012, 20:43 UhrCharly

    Ich denke mal, dass der Autor nicht richtig nachgedacht hat.
    Die bisherige Einspeisevergütung war eine Anschubfinanzierung für die Entwicklung z.B. einer zunächst teuren Solartechnik.
    Inzwischen werden Solarflächen immer billiger, deshalb ist künftig auch kein Subventionsanteil nötig.

    Was aber nötig ist, ist eine klare Regelung zur Einspeisevergütung.
    Sonst werden die im Verhältnis zu den Energiekonzernen kleinen Solaranlagenbauer von den Konzernen beschissen.

    Damit es auch der Autor versteht, hier ein Beispiel aus der Bankenwelt.
    Konzerne können Kredite untereinander aushandeln, alle Beteiligten verfügen über entsprechende Horden von Rechtsverdrehern.
    Wenn ein Privatkreditnehmer einen Kredit mit der Bank verhandelt muss die Handlungsweise der Bank reguliert werden, weil die Partner unsymetrisch mächtig sind. Gleiches gilt bei Telefonen, Kabeln, etc.

    Und wenn der Autor schon von Subventionen redet, dann sollte er doch mal das obskkure Gebahren bei der Freistellung von energieintensiven Konzernen bei den Leitungsgebühren unter die Lupe nehmen.

  • 17.08.2012, 19:45 UhrSpruance

    Das ist ja an sich nichts Neues: Die unerwünschten Auswirkungen marktverzerrender Eingriffe durch weitere marktverzerrende Eingriffe daämfen zu wollen, die wiederum unerwünschte Auswirkungen haben... ad Infinitum. Nur, warum hat man damit und in diesem Ausmaß eigentlich angefangen? Klar, da war die sogenannte Globale Erwärmung, aber, Hand auf's Herz, glaubt wirklich jemand, daß hehre Motive alleine ausschlaggebend waren? Es muß so etwas wie eine 'sucker hole' gewesen sein, eine Aussicht, viele drängende Probleme (Staatsfinanzierung, Durchsetzung höherer Steuern, Wirtschaftsförderung mit Steuerknete, globales Ansehen, den Amis mal zeigen, was eine Harke ist...) gleichzeitig lösen zu können, die so verlockend war, daß die Politik einfach nicht Nein sagen konnte. Dummerweise sind 'sucker holes' nicht ohne Grund gefürchtet!

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