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Ärzte erhalten mehr Geld: Geschlossene Praxen trotz Honorar-Einigung

Quelle: Handelsblatt Online

Das lange Gezerre zwischen Ärzten und Krankenversicherungen hat am Dienstagabend ein Ende gefunden. Die Mediziner erhalten 2013 bis zu 1,27 Milliarden Euro mehr an Honoraren. Dennoch protestieren die Ärzte am Mittwoch.

Trotz einer Einigung im Honorarstreit zwischen Ärzten und Kassen wollen Tausende Ärzte am Mittwoch deutschlandweit auf die Straße gehen. "In 34 Orten sind Protestaktionen geplant", sagte der Koordinator des Aktionstages, Sean Monks, auf dapd-Anfrage. Er rechne mit bis zu 30.000 Teilnehmern und gehe zudem davon aus, dass zahlreiche Praxen geschlossen blieben.

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Honorarkonflikt Ärzte stimmen für Streik

Die Ärzte-Proteste für höhere Honorare gehen in die nächste Runde. In einer Urabstimmung haben sich die Mediziner für Streiks ausgesprochen. Viele der rund 90.000 Arztpraxen könnten demnächst geschlossen bleiben.

Honorarkonflikt: Ärzte stimmen für Streik

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten sich am Vorabend auf einen Anstieg der Honorare um 1,15 bis 1,27 Milliarden Euro im kommenden Jahr für rund 150.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten geeinigt.

Ärtzevertreter forderten allerdings weitergehende Schritte, um mehr Klarheit in das System der Bezahlung zu bringen. "Die Ärzte fordern feste Preise für feste Leistungen", sagte Monks. Mit Praxisschließungen sei vor allem im technischen Bereich zu rechnen, wo Ärzte für Untersuchungen Assistenz benötigten. "Fachbereiche wie Kardiologie, Orthopödie und Gastroenterologie werden vermutlich stark betroffen sein", sagte Monks.

Das Allgemeinmediziner verdienen im Vergleich am wenigsten. Ihr Jahreseinkommen liegt nach Abzug der Praxiskosten, aber noch mit persönlichen Abgaben und Steuern bei 116.000 Euro. Das hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.

Bild: ZBSP

Er empfehle allen Patienten, vor dem Arztbesuch in der Praxis anzurufen. Wie viele Praxen geschlossen blieben, könne er jedoch nicht sagen. Die Schwerpunkte der Protestaktionen sollen laut Monks in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern liegen. Der Bayerische Fachärzteverband hatte bereits in der Nacht zum Mittwoch die Teilnahme an dem Aktionstag erklärt.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.10.2012, 23:37 UhrJens

    Diese Erpressung der Versichertengemeinschaft durch mafiöse Ärztevertretungen ist ein Skandal. Warum bleiben die Krankenkassenverteter nicht standhaft und akzeptieren nur eine Erhöhung, die sich am durchschnittlichen Zuwachs der Versicherteneinkommen orientiert? Weil sie doch gemeinsam mit den Ärztevetretern wie Fettaugen auf den Beiträgen der Versicherten schwimmen. In den Führungsetagen beider Seiten genehmigt man sich obszöne Gehälter, von denen selbst ein Bundeskanzler nur träumen kann. KBV Chef Köhler genehmigt sich 350'000 € im Jahr, der Bundeskanzler bekommt 190'000 €. Bubi Bahr hat mal kurz scheinheilig aufgemuckt, dann wurde er in seine Geringverdiener-Ecke zurückgeschickt. So wird das nichts. Ärzte die streiken, gehört die Kassenzulassung entzogen, fertig. Der Streikwille erlahmt schnell, wenn die Hängematte auf einmal weg ist. Der Arztberuf ist wie jeder andere Beruf zu betrachten und kein Privileg auf einfach zu erstreikenden Reichtum. Mir tun die Ärzte leid, die sich um ihre Patienten kümmern wollen und kaum über die Runden kommen. Aber das liegt bekanntlich nicht an zuwenig Geld, sondern ist schlicht ein internes Geldverteilungsproblen der Ärzteselbstverwaltung. Man sollte denen erst wieder mehr Geld zugestehen, wenn sie ihre internen Probleme gelöst haben.

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