AfD in Sachsen bei 25 Prozent: AfD kann bei Wählern im Osten weiter punkten

, aktualisiert 22. November 2016, 15:56 Uhr
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Der Sprecher der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Björn Höcke, kommt beim Landesparteitag in Arnstadt (Thüringen) auf die Bühne.

Die AfD setzt ihren Höhenflug in Ostdeutschland fort. Laut einer aktuellen Umfrage würden in Sachsen zurzeit 25 Prozent die Rechtspopulisten wählen. In Thüringen und Sachsen-Anhalt sieht es ähnlich aus.

Ein Viertel aller Wähler in Sachsen würde nach einer neuen Umfrage die AfD wählen. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Befragung von Infratest dimap im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Die AfD legt demnach um 15,3 Prozentpunkte auf nunmehr 25 Prozent zu. Eine schwarz-rote Landesregierung in Sachsen hätte dagegen derzeit keine Mehrheit. Die CDU komme auf 34 Prozent, die SPD auf 12 Prozent. Bei der Landtagswahl 2014 hatten beiden Parteien zusammen noch knapp 52 Prozent eingefahren.

Das sei ein Ergebnis, „worüber man sich nicht freuen kann“, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) MDR Aktuell. Der CDU-Politiker erklärte das schlechte Abschneiden von Schwarz-Rot auch mit „gegenwärtig schwierigen Zeiten“ - etwa der Flüchtlingskrise. Seine Regierung habe wichtige Entscheidungen getroffen, so Tillich. Es dauere jedoch, bis diese Wirkung zeigten. „Die AfD sammelt alles das, was an Unzufriedenheit ist, zusammen.“ Sie müsse aber keine Verantwortung übernehmen.

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Die Sprüche der AfD

  • Immer wieder im Mittelpunkt

    Ob Flüchtlingspolitik oder Fußball - mit markigen Sprüchen sorgen führende AfD-Politiker immer wieder für Kopfschütteln und Empörung, wie jetzt die stellvertretende Bundesvorsitzende Beatrix von Storch. Einige Zitate.

    Quelle: dpa

  • Flucht als Naturkatastrophe

    „Das ist ungefähr so, als würden Sie mit Plastikeimern einen Tsunami stoppen wollen.“ (Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen am 24. Oktober 2015 bei einem Landesparteitag in Baden-Württemberg über die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise)

  • Nachhilfe in Rassenkunde

    „Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“ (Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke am 21. November 2015 in einem Vortrag über Asylbewerber aus Afrika)

  • Der Flüchtling als Angreifer

    „Wer das HALT an unserer Grenze nicht akzeptiert, der ist ein Angreifer. Und gegen Angriffe müssen wir uns verteidigen. (...) Es gibt keinen Grund, mit Gewalt unsere Grenze zu überqueren.“ (Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch Ende Januar 2016 auf ihrer Facebook-Seite über Flüchtlinge)

  • Schießbefehl dringend erwünscht

    „Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.“ (Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry in einem Interview des „Mannheimer Morgen“ vom 30. Januar 2016. Angesichts des Flüchtlingszustroms forderte sie im Notfall auch den Einsatz von Schusswaffen.)

  • Bitte abschotten

    „Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.“ (Gauland am 24. Februar 2016 im Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ über Flüchtlinge)

  • Unerwünschter Nachbar

    „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ (Gauland in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 29. Mai 2016 über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng)

  • Undeutsches Nationalteam

    „Eine deutsche oder eine englische Fußballnationalmannschaft sind schon lange nicht mehr deutsch oder englisch im klassischen Sinne.“ (Der AfD-Bundesvize Alexander Gauland am 3. Juni 2016 im „Spiegel“)

Auch ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen hätte laut Umfrage im Moment keine Mehrheit in Sachsen: Die Linke verliert knapp drei Prozentpunkte und kommt auf 16 Prozent. Die Grünen legen 1,3 Prozentpunkte zu und liegen nun bei 7 Prozent.

Zwar zeigten sich in der Umfrage gut die Hälfte der Bürger (51 Prozent) zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung, doch 45 Prozent äußerten sich kritisch. Zugleich wurde deutlich, dass das Vertrauen in die Politik schwindet: Jeder dritte Bürger traut laut Umfrage derzeit keiner Partei zu, die wichtigsten Aufgaben im Freistaat zu lösen - 15 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage vor der Landtagswahl 2014.

Europäische Umfrage Populisten haben es in Deutschland schwer

Schlechte Nachrichten für die AfD: Im europäischen Vergleich tendieren relativ wenige Deutsche zu Meinungen, die als „populistisch“ gelten.

Populistische Sprüche auf Plakaten der AfD Bayern. Quelle: dpa
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