AfD-Parteichef Lucke: "Wir wollen nicht zurück zur D-Mark"

ThemaWahlen 2017

AfD-Parteichef Lucke: "Wir wollen nicht zurück zur D-Mark"

Die Anti-Euro-Partei AfD will nach eigenen Aussage nicht zur D-Mark zurückkehren. "Nicht Deutschland soll den Euro verlassen, sondern die südeuropäischen Staaten", sagte der Vorsitzende Bernd Lucke. Im aktuellen Sonntagstrend erreichte die Partei erstmals drei Prozent.

In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" plädierte er dafür, in den Ländern Südeuropas eine Parallelwährung zum Euro einzuführen, um einen „sanften Übergang“ zu eigenen Währungen wie Drachme oder Escudo zu gewährleisten. „Das Ausscheiden aus dem Euro hilft der Privatwirtschaft, die ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen kann.“ Dazu müsse ein Schuldenschnitt kommen, bei dem die Gläubiger auf Teile ihrer Forderungen verzichteten. Für Griechenland sei ein zweiter Schuldenschnitt unabwendbar, wahrscheinlich müsse auch Portugal einen solchen Schritt tun, sagte Lucke dem Blatt.

Die Südländer hätten dann die Chance, durch eine Abwertung ihrer Währungen wieder wettbewerbsfähig zu werden. Um einen sanften Übergang zu gewährleisten, könnten die Südländer zunächst eine Parallelwährung zum Euro einführen. Zudem müsse es einen Schuldenschnitt geben, bei dem die Gläubiger auf Teile ihrer Forderungen verzichteten. Für Griechenland und wahrscheinlich auch für Portugal sei ein zweiter Schuldenschnitt unabwendbar. Im offiziellen Parteiprogramm der AfD heißt es noch: „Deutschland braucht den Euro nicht. Die Wiedereinführung der D-Mark darf kein Tabu sein.“

Anzeige

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

  • 1. Forderung

    Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

  • 2. Forderung

    Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

  • 3. Forderung

    Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

  • 4. Forderung

    Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

  • 5. Forderung

    Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

  • 6. Forderung

    Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

  • 7. Forderung

    Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Unterdessen legte die Alternative für Deutschland in der Gunst der Wähler zugelegt. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich im Auftrag der Zeitung "Bild am Sonntag" erhebt, legte die Partei einen Prozentpunkt zu und erreicht damit dem Vorabbericht zufolge erstmals drei Prozent. Die Union kletterte ebenfalls um einen Punkt auf 39 Prozent. Unverändert blieben die Werte von SPD (26 Prozent), FDP (vier Prozent) und Grünen (15 Prozent). Die Linkspartei gab einen Punkt auf sieben Prozent ab.

"Äußerst begrenzte" Wirtschaftskenntnisse AfD-Sprecher Lucke rechnet mit Merkel ab

Die "Alternative für Deutschland" verschärft den Ton gegenüber der Bundesregierung. Die Koalition habe "lächerliche Fehler" gemacht und kaum Sinn für ökonomische Zusammenhänge.

Bernd Lucke, Sprecher der "Alternative für Deutschland", hat Zweifel an den Wirtschaftskenntnissen der Bundesregierung. Quelle: REUTERS

CSU-Chef Horst Seehofer hat jede Zusammenarbeit mit der euroskeptischen Partei Alternative für Deutschland ausgeschlossen. Seehofer riet seiner Partei, die AfD ernst zu nehmen. Sie sei aber keine Gefahr für die Union. „Ganz einfach deshalb, weil wir eine sehr vorzeigbare Europapolitik haben“, sagte er. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nannte die Partei am Donnerstag hoch gefährlich, da sie mit Vorurteilen und Ressentiments spiele. Drastischer äußerte sich Außenminister Guido Westerwelle: "Sind wir eigentlich verrückt geworden, dass wir das, was in Jahrzehnten gebaut worden ist, in einem Jahr einreißen wollen?", fragte er.


Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%