Afghanistan-Affäre: Über Wasser gehen

KommentarAfghanistan-Affäre: Über Wasser gehen

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Dr. Friedrich Thelen

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg lerne gerade die Lektion, die bereits alle Polit-Senkrechtstarter vor ihm gelernt haben, sagt Friedrich Thelen in einem Gastkommentar für wiwo.de. Dennoch wundert ihn das Störfeuer aus den CSU-Reihen.

Abstreiten kann man dem Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nicht, dass er auch in schwierigen Zeiten und unter Druck immer noch eine gute Figur macht.

Aber wie es in der Sprache des Militärs heißt: "Die Einschläge kommen näher."

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Immer mehr Details über den Luftschlag im afghanischen Kunduz werden bekannt und lassen den Amtsvorgänger Jung immer schlechter aussehen.

Aber auch Nachfolger Guttenberg gerät in den Wirbel, weil er bei Amtsantritt den befehlsgebenden deutsche Oberst Klein ziemlich schnell legitimiert hat.

Nun sieht die Opposition erste Gelegenheit, dem Strahlemann und CSU-Jungstar aus Oberfranken so richtig eins auszuwischen. Solches Tun ist oppositionstechnisch-normal und würde umgekehrt genauso ablaufen.

Was indes verwundert ist das Störfeuer aus den eigenen Parteireihen der CSU.

Senkrechtstarter laufen nicht über Wasser

So erklärt CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer überraschend und ohne Not: "Kein weiterer deutsche Soldat sollte an die Afghanistanfront ausrücken."

Dabei hatte man sich kurz zuvor in der Bundesregierung und in der NATO darauf geeinigt, erst nach der Afghanistan-Konferenz zu Beginn des Jahrs 2010 über weitere Truppen-Kontingente zu entscheiden.

Und in Guttenbergs Heimat-Diozöse Bayern sind die innerparteilichen Wettbewerber insbesondere Umweltminister Markus Söder permanent unterwegs, um Ansehen und Position Guttenbergs auf das Maß  zu reduzieren, das sie als alte Parteikämpen für einen Polit-Novizen für angemessen halten.

Guttenberg selbst lernt derweilen, was alle Politiker lernen müssen, ob sie schon lange im Geschäft sind oder als Senkrechtstarter nach oben gekommen sind: Keiner kann über Wasser gehen und im Spezialfall eines Verteidigungsministers, der die Bundeswehreinheiten in einem nicht erklärten Krieg schicken muss, gilt noch viel mehr, dass es sich hierbei um im doppelten Sinn vermintes Gelände handelt.

Aus der Aufgabe kommt keiner so strahlend raus, wie er sie übernommen hat.

Das hat schon Verteidigungsminister Helmut Schmidt (SPD) im Jahre 1969 gewusst als er damals das Verteidigungsressort übernahm.

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