Afghanistan: Deutschland will wieder mehr Soldaten schicken

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Afghanistan: Deutschland will wieder mehr Soldaten schicken

Die Bundesregierung will die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan angesichts der verschlechterten Sicherheitslage offenbar wieder aufstocken.

Die Obergrenze solle im neuen Bundestagsmandat von 850 auf 980 Soldaten erhöht werden, sagte der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe) und bestätigte damit einen Bericht des Militärbloggers Thomas Wiegold. "Der Auftrag wird nicht verändert. Aber die Bundeswehr muss auch in die Lage versetzt werden, ihn zu erfüllen", sagte Arnold. Die deutschen Soldaten sollen die afghanische Armee beraten.

Die Debatte um das G36

  • Das Gewehr

    Das Sturmgewehr G36 ist die Standardwaffe der Bundeswehr. Der Hersteller, das deutsche Rüstungsunternehmen Heckler & Koch, hat nach eigenen Angaben 178.000 Gewehre des Typs G36 an die deutsche Armee verkauft. Der Preis: Mehr als 180 Millionen Euro. Das Gewehr zeichnet sich nach Angabe der Bundeswehr durch „seine einfache Bauweise aus, sämtliche Hauptbaugruppen sind mit nur drei Haltebolzen am Waffengehäuse befestigt.“
    Quellen: Bundeswehr, Unternehmen, dpa

  • Die technischen Daten

    Das G36 wiegt 3,63 kg    und verfügt über ein Zielfernrohr sowie ein Reflexvisier. Es handelt sich um einen automatischen Gasdrucklader mit Drehkopfverschluss im Kaliber 5,56 x 45 Millimeter. Mit dem Gewehr können sowohl einzelne Schüsse als auch Feuerstöße abgegeben werden.

  • Der Vorgänger

    Das G36 löste das G3 ab, das sich seit 1959 im Einsatz bei der Bundeswehr befindet. Bei dem G3 handelt es sich um eine schwerere Waffe im größeren Kaliber 7,62 x 51 Millimeter.

  • Die Debatte

    Ende März 2015 hat die Bundeswehr Probleme bei der Treffsicherheit des G36 eingeräumt. „Das G36 hat offenbar ein Präzisionsproblem bei hohen Temperaturen aber auch im heißgeschossenen Zustand“, erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.  In den Jahren zuvor hatte es mehrere widersprüchliche Berichte über die Treffsicherheit des G36 gegeben. Unter anderem war die Munition für Ungenauigkeiten verantwortlichgemacht worden. Daraufhin hatte von der Leyen im Frühsommer 2014 eine Expertenkommission mit Vertretern der Bundeswehr, des Bundesrechnungshofs und des Fraunhofer-Instituts eingesetzt, um Klarheit zu schaffen. Der Abschlussbericht stand zum Zeitpunkt der Äußerungen noch aus.

  • Wo das G36 noch eingesetzt wird

    Das Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch wird nicht nur von der Bundeswehr verwendet, sondern auch von Armeen anderer Staaten. In Lettland, Litauen und Spanien ist die Waffe nach Angaben der Bundeswehr ebenfalls als Standardgewehr der Armee im Einsatz. Verwendet wird das G36 zudem von Spezialeinheiten in Jordanien, Norwegen und Mexiko. Aus Bundeswehr-Beständen sind kürzlich G36-Sturmgewehre an die kurdischen Peschmerga-Einheiten im Nord-Irak geliefert worden. Die Kurden sollen damit gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen.

    Im spanischen La Coruña wurde das G36 in Lizenz von General Dynamics Santa Bárbara Sistemas hergestellt. 2008 erteilte die Bundesregierung außerdem eine Genehmigung zur Ausfuhr von Technologie für die Herstellung des Gewehrs in Saudi-Arabien. Diese Genehmigung sieht allerdings nach Angaben der Regierung nur eine Produktion für den Eigenbedarf der saudischen Sicherheitskräfte vor und keine autonome Fertigung ohne Zulieferung von Schlüsselkomponenten aus Deutschland.

Der Blogger Wiegold hatte auf seiner Internetseite "Augen geradeaus!" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, die Bundeswehrsoldaten sollten die afghanischen Einheiten künftig auch unmittelbar im Einsatz beraten können. Dies war bisher nur eingeschränkt möglich. Eine Rückkehr zum Kampfeinsatz solle es nicht geben. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte dazu lediglich erklärt, der Mandatsentwurf werde derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt.

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weitere Artikel

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 massiv verschlechtert. Die Zahl der afghanischen Flüchtlinge in Deutschland stieg seither drastisch. Im Herbst eroberten die radikal-islamischen Taliban zeitweise die Stadt Kundus, wo die Bundeswehr lange ein großes Feldlager hatte. Es war einer der größten Erfolge der Extremisten seit ihrem Sturz 2001 und führte dazu, dass die internationalen Truppen nun länger als ursprünglich geplant im Land bleiben werden.

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