Afghanistan: Mehr deutsche Soldaten am Hindukusch

Afghanistan: Mehr deutsche Soldaten am Hindukusch

, aktualisiert 17. Dezember 2015, 12:49 Uhr
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Bis zu 980 Soldaten sollen im nächsten Jahr in Afghanistan im Einsatz sein.

Mit großer Mehrheit hat der Bundestag am Donnerstag die Aufstockung der Bundeswehrtruppe in Afghanistan beschlossen und den Abzug gestoppt. Der Auftrag soll aber weiterhin nur Ausbildung und Beratung umfassen.

Der Bundestag hat den Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan gestoppt. Mit der großen Mehrheit von 79,7 Prozent der Stimmen beschloss das Parlament am Donnerstag die Aufstockung der Bundeswehrtruppe am Hindukusch von 850 auf bis zu 980 Soldaten im nächsten Jahr. Ursprünglich war geplant, dass die internationalen Truppen sich schon 2016 in die Hauptstadt Kabul zurückziehen. Jetzt sollen 12 000 Soldaten über das ganze Land verteilt bleiben.

Grund ist die angespannte Sicherheitslage in dem Bürgerkriegsland. Ein Zurück zum - 2014 beendeten - Kampfeinsatz soll es aber nicht geben. Der Auftrag der Soldaten bleibt auf Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte beschränkt.

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geht davon aus, dass die Bundeswehr noch Jahre im Land bleiben muss. Sie räumte ein, dass die Nato sich beim Abzug verschätzt hat. „Der ursprüngliche Plan war zu ehrgeizig, er war zu schnell“, sagte sie. „Es hat die Taliban ermutigt.“ Der Abzug müsse sich nun alleine an der Lage und nicht mehr an starren Zeitlinien orientieren.

Die Bundeswehr war zur gefährlichsten Zeit 2010 und 2011 mit bis zu 5350 Soldaten in Afghanistan, der größte Teil davon im Norden des Landes. Dann begann der Abzug. Seit Anfang 2015 tragen afghanische Armee und Polizei alleine die Verantwortung für die Sicherheit im Land, bekamen die radikalislamischen Taliban aber nicht in den Griff.

Im September eroberten die Aufständischen vorübergehend das nordafghanische Kundus und damit erstmals eine Provinzhauptstadt. Dort war bis 2013 die Bundeswehr stationiert. „Wir dürfen nichts schönreden. Das Jahr 2015 ist ein hartes Jahr für Afghanistan gewesen“, sagte von der Leyen.

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