Airport Berlin-Brandenburg: Es brennt und brennt und brennt...

KommentarAirport Berlin-Brandenburg: Es brennt und brennt und brennt...

von Max Haerder

Ein neues Gutachten zum Brandschutz dokumentiert das heillose Chaos auf der Groß-Baustelle am Flughafen Berlin. Auch der mittlerweile vierte Eröffnungstermin könnte kippen.

Als der neue Chef auf der Berliner Flughafen-Baustelle, Horst Amann, vergangene Woche im Verkehrsausschuss des Bundestages Rede und Antwort stand, da kannte er den Brief des Brandschutzplaners „hhp“ bereits. Darin heißt es, der derzeitige Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 sei „kritisch“. Offenbar, so schildern es die Experten, wurde in den vergangenen Monaten, getrieben vom Termindruck, alles versucht, um die Brandschutzanlage flott zu kriegen. Auch jenseits der gültigen Baugenehmigung. Es gäbe, so schreiben es die Fachleute von „hhp“, „Abweichungen zwischen Brandschutzkonzept, Baugenehmigung und baulicher Realisierung des Flughafens". Übersetzt: Es herrschte heilloses Durcheinander.

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Ob diese Improvisationen jemals genehmigungsfähig sein werden oder Teile der Anlage mit großem Aufwand und weiteren Kosten rückgebaut werden müssen – dafür verlangt das zuständige Bauordnungsamt verlässliche Nachweise. Schon die Eröffnung am 3. Juni scheiterte an fehlenden Gutachten. Die Situation ist also ausgesprochen ernst. Und die nächste Blamage mit dem überkomplexen Brandschutzsystem droht.

Bewusste Täuschung?

Was Amann den Abgeordneten in Berlin aber nur sagte, war folgendes: Der Oktober sei machbar, es gäbe allerdings wenig Puffer. Das klang vorsichtig, aber nicht dramatisch. Sollte der Bau-Chef bei seinen Beratungen in den kommenden Tagen nun aber doch zu der Einsicht gelangen müssen, dass die Lage schlimmer ist, dann dürfte sein nächster Auftritt vor den Haushältern der drei zuständigen Parlamente unangenehm werden. Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus spricht bereits von bewusster Täuschung. Die Flughafengesellschaft habe den Brief verschwiegen, um den Nachtragshaushalt reibungslos durch das Parlament zu bekommen, klagen die Grünen.

Die 312 Millionen Euro Haushaltsmittel des Bundes sind jedenfalls noch gesperrt. Auch die Bundestagsabgeordneten hätten vom Brandschutzbrief sicher lieber aus erster Hand erfahren. Ihre Neigung, das Geld ohne Auflagen oder weitere Erklärungen freizugeben, dürfte rapide sinken. Der Airport wird seit Jahren teurer und teurer,  und nichts hassen Haushälter so sehr wie Fässer ohne Boden. Ohne frisches Geld aller drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und vom Bund wird es aber Ende Januar eng mit der Zahlungsfähigkeit.

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Man gehe nach wie vor davon aus, dass der 27. Oktober zu halten sei, ließ das Bundesverkehrsministerium heute offiziell verlauten. Nach wie vor. Alle Beteiligten sind vorsichtig geworden mit definitiven Aussagen. Amann, heißt es vom Bund, sei zuerst mit seiner Bewertung der Lage am Zug.

Nach der peinlichen Juni-Absage kursierte in Kreisen des Aufsichtsrates die Überlegung, erst einmal keinen konkreten neuen Eröffnungstermin mehr zu nennen. Vielleicht sollten die Gesellschafter über diese Idee noch einmal intensiv nachdenken.

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