AKW-Laufzeiten und Energiemix: Energiestreit: Darf's ein bisschen mehr sein?

AKW-Laufzeiten und Energiemix: Energiestreit: Darf's ein bisschen mehr sein?

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Woher kommt der Strom? Die Debatte um den richtigen Energiemix spaltet Wirtschaft und Verbraucher

von Henning Krumrey

Der richtige Energiemix ist keine Frage der Ideologie, sondern entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands.

Eigentlich sind die Rechenmodelle der Energieexperten dröge Zahlenfriedhöfe. Doch plötzlich sind die komplizierten Kalkulationen und Datenkolonnen der Stoff für den Polit-Thriller der Saison: den Streit um das Energiekonzept der Bundesregierung. Es geht um die Zukunft der deutschen Kernkraftwerke.

Seit die drei Gutachter - das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln, die Prognos AG und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung – ihre Expertise am Freitagabend der Bundesregierung übergeben haben, läuft die Interpretation der Ergebnisse. Manche sind wenig überraschend. So ist die Wirkung einer Laufzeitverlängerung um 12 oder 20 Jahre größer als bei einem bloßen Plus von vier Jahren. Das hatten alle Fachleute so erwartet.

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Aufwand für Sicherheit nimmt zu

Überraschender ist da schon, dass danach der Nutzen wieder abnimmt. Bei 28 Jahren Laufzeit ist der positive Effekt also kleiner als bei 20 Jahren. Der Grund liegt in der teuren Sicherheitsnachrüstung. Je länger eine Risiko-Anlage am Netz bleibt, desto höher wird der Aufwand, sie auf einem sicheren Stand zu halten.

Die Rechenmodelle funktionieren wie eine Art ökonomischer Modellbaukasten. Zuerst werden die Rahmendaten gesetzt: die politischen und gesetzlichen Vorgaben wie die Festlegung, dass die Klimaziele zu erreichen sind, die die Bundesregierung beschlossen hat. Bis zum Jahr 2020 müssen die CO2-Emissionen auf 40 Prozent sinken (bezogen auf den Ausgangswert von 1990), bis 2050 sogar um 85 Prozent. Dann kommen die ökonomischen Annahmen hinzu: Von welchen Importpreisen der einzelnen Energieträger wie Gas oder Öl ist auszugehen? Wie wird die Wärmedämmung der Gebäude in 20 Jahren sein? Dann verändern die Wissenschaftler wie mit einem Rädchen einzelne Parameter und überprüfen, wie sich die so genannten Zielvariablen – also beispielsweise die Strompreise oder das Wirtschaftswachstum – entwickeln.

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