Alternativer Sucht- und Drogenbericht: Es herrscht Stillstand in der deutschen Drogenpolitik

Alternativer Sucht- und Drogenbericht: Es herrscht Stillstand in der deutschen Drogenpolitik

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Die Experten fordern von der Regierung, das Betäubungsmittelgesetz zu überprüfen.

Die deutsche Drogenpolitik versagt. Das meint zumindest ein Team aus Forschern und Ärzten, das einen Sucht- und Drogenbericht herausgegeben hat. Die Experten fordern Straffreiheit beim Besitz geringerer Drogenmengen.

In der deutschen Drogenpolitik herrscht Stillstand – das behauptet zumindest ein Expertenteam, zu dem unter anderem Vertreter der deutschen AIDS-Hilfe sowie des akzept- und JES-Bundesverbands gehören. Kurz bevor die Bundesregierung am 9. Juni ihren offiziellen Drogen- und Suchtbericht veröffentlicht, haben die Experten ihren dritten Alternativen Bericht zu diesem Thema vorgestellt und kommen zu dem Ergebnis: Beim Konsum der Volksdrogen Tabak und Alkohol ist Deutschland laut Bericht Weltspitze, illegale Drogen verlangen immer mehr Tote hierzulande.

Hinzu kommt laut Experten, dass der Konsum illegaler Drogen auch verheerende Folgen für die Gesellschaft habe: Die oftmals schlechten Qualitäten der Substanzen erzeugten gesundheitliche Risiken – wie zum Beispiel eine Überdosis, wodurch die medizinische Versorgung der Betroffenen erschwert werde.

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Darüber hinaus würden Drogenabhängige in kriminelle Karrieren, Verelendung und Beschaffungskriminalität getrieben. Die Strafverfolgung, Inhaftierung und Folgeerkrankungen verursachen laut dem Alternativen Drogen- und Suchtbericht enorme Kosten.

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Drogen aus dem Darknet. Quelle: Getty Images

Zwar gibt es laut Experten wirksame Gegenmaßnahmen, die bereits weltweit getestet wurden. Die Verbände prangern allerdings an, dass die Regierung sich weigert, sie umzusetzen. Die Herausgeber des Alternativen Drogen- und Suchtberichts fordern deshalb, dass die Regierung das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) überprüft und die Straffreiheit beim Besitz geringer Mengen – beispielsweise aus medizinischen Gründen – einführt. "Es geht nicht um eine generelle Drogenfreigabe, sondern darum, mehr Kontrolle zu erlangen und Schäden zu reduzieren", sagt Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Science und Vorstandsvorsitzender des akzept Bundesverbandes.

Und Bernd Werse vom Centre for Drug Research der Goethe-Universität Frankfurt ist überzeugt, dass eine staatlich regulierte Abgabe von Cannabis dem Verbraucher- und Jugendschutz sehr viel besser gerecht werden kann als ein illegaler Markt: "Milliarden Euro Steuergelder werden jährlich sinnlos für Strafverfolgung verbrannt. Dieses Geld könnte wesentlich sinnvoller für Prävention und Drogenhilfe eingesetzt werden."

Der Weg der Drogen nach Europa

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