Altersarmut: Die Privilegien der Pensionäre

KommentarAltersarmut: Die Privilegien der Pensionäre

von Cornelia Schmergal

Altersarmut? Für Beamte kein Problem. Warum ehemalige Staatsdiener sich nur wenig sorgen müssen.

Mag die ganze Republik auch über die Altersarmut diskutieren, an einer Gruppe geht die Debatte vorbei: Beamte können unbesorgt in die eigene Zukunft blicken. Ihr Dienstherr meint es auch im Alter gut mit ihnen. Während der Arbeitnehmer mit Durchschnittseinkommen, der 45 Versicherungsjahre lang mit seinen Beiträgen vorgesorgt hat, derzeit mit einer gesetzlichen Rente von 1.263 Euro rechnen kann, darf sich der Pensionär über durchschnittlich 2.800 Euro freuen. Sagt das Statistische Bundesamt, und das ist unbestechlich. So viel gibt noch nicht einmal die gesetzliche Höchstrente her, die derzeit bei 2.305 Euro liegt. Ja, liebe Beamte, schon klar, dass der Vergleich ein kleines bisschen hinkt. Ja, wir wissen, dass es sich um einen Bruttovergleich handelt, dass Pensionäre höhere Steuern zahlen, dass sie noch zur privaten Krankenversicherung beitragen, dass ihr Qualifikationsniveau oft hoch ist, dass sie keine Betriebsrenten erhalten, und und und. Aber am Ende bleibt ein Fakt: Beamtenhaushalte haben es im Alter wesentlich besser.
Für die Unterschiede gibt es viele Gründe. Vor allem den, dass sich die Beamtenbesoldung nicht aus einem komplizierten Geflecht von Punktwerten und Versicherungsjahren errechnet. Sie bildet also kein Äquivalent zum Verdienst über das gesamte Berufsleben, sondern orientiert sich am Verdienst zum Berufsende. Entscheidend sind die letzten Jahre des Beamtendaseins, „Versorgung aus dem letzten Amt“, so heißt im Amtsdeutsch dieser Grundsatz.

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Unkündbarkeit sorgt für hohe Pension
Ganz konkret berechnet sich die Pension immer aus dem zuletzt erzielten Bruttogehalt – es sei denn, es hat in den letzten zwei Jahren des Erwerbslebens noch eine Beförderung gegeben. Auch die Zahl der Dienstjahre ist dabei entscheidend. Weil Beamte aber in der Regel unkündbar sind, sammeln sich aber wesentlich mehr Jahre an als bei vielen Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft. Nach Angaben des Beamtenbundes liegt der aktuelle Höchstpensionssatz je nach Bund, Land oder Kommune derzeit zwischen 72,2 und 72,6 Prozent des letzten Bruttogehaltes. Allerdings ist jeder Überblick einigermaßen verworren, denn seit der Föderalismusreform schreiben die 16 Bundesländer selbst das Versorgungsrecht für ihre Beamten.
Die Begründung für diese komfortable Altersversorgung liegt im so genannten Alimentationsprinzip. Mit der Sorge um seine Diener will der Staat sich Loyalität sichern und den Beamten dauerhafte Unabhängigkeit ermöglichen. Schon der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. umgab sich lieber mit kritischen, unbestechlichen Beamten als mit buckelnden Hofschranzen aus dem Adel.

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