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Altersarmut: Kein Geld für die Altersvorsorge

von Von Renate Köcher

Noch geht es vielen Rentnern in Deutschland gut. Damit dies so bleibt, ist künftig jedoch mehr private Altersvorsorge nötig. Doch die meisten Geringverdiener haben dafür kein Geld.

Sozialministerin Ursula von der Leyen hat einen Diskurs über das Rentensystem in Gang gesetzt und unter anderem eine Aufstockung von niedrigen Renten zur Diskussion gestellt. Rentner, die ihr Leben lang gearbeitet haben, aber aufgrund niedriger Einkommen nur eine Rente unterhalb des Sozialhilfeniveaus beziehen, sollen unter bestimmten Voraussetzungen bessergestellt werden.

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Das Leitmotiv dieses Vorschlags – wer jahrzehntelang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, müsse besser dastehen als Sozialhilfeempfänger ohne jahrzehntelange Berufstätigkeit – trifft das Gerechtigkeitsempfinden der Bürger. Die überwältigende Mehrheit war immer der Auffassung, dass es einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Altersbezüge und der beruflichen Tätigkeit geben sollte.

Die Bürger halten eine Zunahme von Altersarmut für wahrscheinlich – und Armut generell schon heute in Deutschland für ein Problem. Eine im internationalen Vergleich sehr wohlhabende Gesellschaft hat allerdings andere, wesentlich höhere Maßstäbe, was ein befriedigender Lebensstandard ist und wo Armut beginnt. Die Kopplung der offiziellen Armutsdefinition an die Einkommensstruktur – als arm gilt, wessen Bezüge um 50 Prozent unter dem Einkommensmedian in seinem Land liegen – führt in wohlhabenden Ländern zu anderen Ergebnissen als in armen Ländern und führt bei steigenden Durchschnittseinkommen teilweise zu einer höheren Zahl als arm eingestufter Bürger.

Die Bevölkerung selbst hat andere Vorstellungen von Armut. 43 Prozent der Bürger stufen Menschen als arm ein, die keinerlei finanzielle Spielräume haben und nur mit Einschränkungen ihren Lebensunterhalt bestreiten können. 17 Prozent schließen auch diejenigen ein, die nur geringe finanzielle Spielräume haben. 39 Prozent sehen dagegen nur Menschen als arm an, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können und ständig auf Unterstützung angewiesen sind.

Zurzeit stufen knapp zehn Prozent ihre wirtschaftliche Lage als „eher schlecht“ ein, weitere drei Prozent eindeutig als „schlecht“. Die ältere Generation zieht eine überdurchschnittlich positive Bilanz ihrer finanziellen Lage. Während 44 Prozent aller Bürger ihre wirtschaftliche Lage mit „gut“ bis „sehr gut“ bewerten, ist dies bei 51 Prozent der 60-Jährigen und Älteren der Fall. Nur sechs Prozent von ihnen bewerten ihre wirtschaftliche Lage als „eher ungünstig“, zwei Prozent eindeutig als „schlecht“. Dies deckt sich mit den staatlichen Statistiken, die ausweisen, dass Altersarmut zurzeit ein zahlenmäßig begrenztes Problem ist. Es ist auch kaum zu erwarten, dass sich der Kreis der Betroffenen kurzfristig stark erhöht.

14 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.10.2011, 23:43 UhrAnonymer Benutzer: Jochen S.

    Die Fehlentwicklung liegt darin, dass der Staat über Zulagen z. b. zur Riesterrente vor allem die Finanzindustrie subventioniert. Denn bei den Sparern kommen Zulagen und angebliche Steuervorteile meist garnicht oder nur in sehr geringem Umfang an.
    Wie schlecht die Riesterrente tatsächlich ist, kann man hier in der wiwo an anderer Stelle lesen. Die dortige Darstellung ist sehr gut und absolut richtig.

    Statt Zulagen für Riesterrente etc. zu gewähren und damit eher die Finanzbranche zu unterstützen, sollte der Staat diese Mittel lieber der gesetzlichen Rente zukommen lassen und gerade auch denen, die kein Geld übrig haben, um es in eine private Altersvorsorge einzahlen zu können.
    Die die ausreichende Mittel haben und / oder sich mit Finanzprodukten auskennen, haben wenig Probleme. Aber für alle anderen, also die Mehrheit der Leute, wäre der genannte Weg besser.
    Der Staat hat völlig falsche Anreize für die Altersvorsorge gesetzt, hat die gesetzliche Rente unnötig geschwächt und treibt die Leute bei der privaten Altersvorsorge in schlechte Produkte.

    Das gesamte System muss dringend reformiert und an den bedarf der Leute angepasst werden. Dabei sollte man nicht das umsetzen, was die Finanzlobby gerne möchte, sondern was für die Leute am besten ist.

  • 17.10.2011, 18:59 UhrAnonymer Benutzer: SCHÄUBLES/MERKELS JANUSKÖPFIGE VERNEBELUNGTAKTIK

    Schäuble in ARD "berlin direkt" vom So,16.10.11:
    "..eine Ansteckungsgefahr im bankensektor, da die Kapitalausstattung zu knapp sei. Es sei deshalb „eine wichtige Vorsorge“ , dass die banken mit ausreichend Kapital ausgestattet seien."

    Merkel/Schäuble führen seit Jahren in besten FDJ-"Agitations & Propaganda" Dialektik bauerntheater für konservative Wähler auf:
    "nur einmalig", "starke Sanktionen", "es darf sich nicht wiederholen", "konsequent regulieren", "Soliditäts-Union", "eine wichtige Vorsorge"..

    in Wirklichkeit sind's gerade die beiden, die dem Pferd erst richtig Zucker zu Deutschlands Untergang geben, stets analog Schäubles sinngemäßem Hinweis (ZEiT-Forum), als dass er nicht so ganz unglücklich sondern ja gar entspannt sei, weil je mehr Druck nun herrscht, desto mehr kann von überholten Nationalstaaten weg und nach brüssel übertragen werden. April, April, bVerfG!

    Von seinen "ertüchtigten Faszilitäten", als Umschreibung der "mit mehr Schlagkraft" erst nach blind vorlaufenden Parlamentszustimmung vervielfachtem EFSF/ESM, nicht zu sprechen!
    Und Merkel träumt weiter von "aufgewerteten EU-institutionen" und weiter vom Wahlen/beitrittreferenden nicht legitimierten EU-Rat der Staatschefs als nun quasi demokratische "EU-Wirtschaftsregierung"!

    Dabei ist DE mit 9.000 Mrd Staats-/Sozialschulden selbst überschuldet und hat in 40 Jahren nicht 1 Cent getilgt, zahlt so schon selbst TÄGLiCH 100 Mio EUR bANKZiNSEN!
    Und EU-bANKEN haben lt. bARROSO bereits 4.600 Mrd Euro (50% EU-biP, 30x DE-Städteschulden) "vom Steuerzahler", trotz eigener 30 biLL. EUR AKTiVA (biZ, FTD), bekommen!

    Trotzdem leiten Schäuble/Merkel im gezielt vernebelnden Wortdurchfall gerade nächste "einmalige", "alternativlose" und "unbeschränkte" bANKEN-bETANKUNG mit Geld ungeborener Generationen ein, statt einer marktwirtschaftlichen Abwicklung dieser, obwohl in USA in selben Situation über 500 banken abgewickelt wurden!

  • 17.10.2011, 18:58 UhrAnonymer Benutzer: In memoriam Frohsinn-Nobi: Die RENTE IST SICHER!

    Zwar sind die 17 EWU-Staaten inkl. den (noch) verbliebenen Rettungs-Nettozahlern durch die bank selbst jetzt schon ohne jegliche Rettungshilfen nur noch unumkehrbar selbst überschuldet:
    Deutschland: z.Zt. mit 2.100 + 7.000 Mrd Euro, bei im bundeshaushalt gerade noch freien nur ca. 15-20% (45-60 Mrd p.a.)!

    DE hat seit 40 Jahren nicht 1 Cent/Pfennig je zurückgezahlt, anders wie meisten Wähler dank Politlügen vom "Sparen" denken, sondern zahlt nur Zinsen, z.Zt. mind. 100 Mio Euro PRO TAG an "UNSERE" bANKEN die WiR retten!
    Dabei betragen gesamte SCHULDEN ALLER deutscher STÄDTE/Kommunen aus 40 Jahren Dauerverschuldung: "nur" 150 Mrd!!!

    Lt. OECD sind nur explizite 2100 Mrd deutscher Staatschulden bereits gleich 87% des biP, wo bei 90% (also bei gerade +75 Mrd EiNMALiG) der Staat lt. US-Wirtschaftsprof Rogoff bereits als voll ÜbERschuldet gilt!

    Und restliche EU-Länder sind ex-/implizit (Staats-/Sozialstaatsschulden) im bereich ca.250%-1550% ihres biP überschuldet!
    D.h. alle ohne Ausnahme sind jetzt schon nur noch PLEiTE und weitgehend OHNE zukünftige DECKUNG v.a. ihrer SOZiALSCHULDEN (Renten), d.h. durchschnittliche REALE DECKUNG europäischer Renten dürfte bei max. 10-15% liegen, wo in DE lt. Prof. Raffelhüschen die bei gerade noch ca. 25-30% liegt!

    2/3 der Rente ist also heute schon, OHNE bANKENRETTUNG, SoFFin, 2x GR-Hilfe, EFSF, ESM, etc: NUR NOCH REiNE UNGEDECKTE HEiSSLUFT!

    Also auf zu neuen solidarischen EWU-Rettungsufern, sonst wir böse Uneuropäer! :)

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