Alterssicherung: Noch reicht die Rente – aber nicht für jeden

Alterssicherung: Noch reicht die Rente – aber nicht für jeden

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Laut dem Alterssicherungsbericht sind viele Menschen von Altersarmut bedroht - Nicht zuletzt wegen mangelnder privater Vorsorge

Die Bundesregierung hat neue Zahlen zu deutschen Rentnern. Die meisten sind gut versorgt. Aber einige Gruppen geraten bereits ins Hintertreffen. Die Ergebnisse stützen die Vorhaben von Bundesarbeitsministerin von der Leyen.

Neues Futter für den Rentenstreit in der Regierung: Das Dokument mit der sperrigen Bezeichnung „Alterssicherungsbericht“ ist eine Bestandsaufnahme der Einkommen von Ruheständlern in Deutschland. Viel Überraschendes fördert der Bericht nicht zutage. Dennoch ist für Zündstoff gesorgt.

Im Auftrag der Bundesregierung hatten die Marktforscher von TNS Infratest Sozialforschung im vergangenen Jahr 28.000 Personen zu ihrem Alterseinkommen befragt. Demnach verfügen Ehepaare und Alleinstehende über 65 Jahren im Schnitt über ein Haushaltseinkommen von 1.818 Euro netto im Monat. Alleinstehende Frauen haben nur 1.292 Euro, allein stehende Männer dagegen 1.560 Euro, Ehepaaren sogar 2.433 Euro. Die meisten Rentner in Deutschland sind trotz teils niedriger Altersbezüge den Ergebnissen zufolge gut versorgt. Aber den Zahlen ist auch zu entnehmen, dass dieser Zustand auf Dauer so nicht bleiben wird. Der 263-Seiten-Bericht bestätigt nämlich auch, dass vor allem alleinstehende Frauen und ehemalige Selbständige von Altersarmut bedroht sind. „Im untersten Einkommenszehntel sind deutlich mehr Frauen als Männer vertreten“, so der Bericht.

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Private Vorsorge ist unumgänglich

Vor allem Geringverdiener sorgen aus Sicht der Experten von TNS Infratest zu wenig gegen drohende Altersarmut vor. Noch spielt die gesetzliche Rente die größte Rolle für das Alterseinkommen. Aber die Bedeutung privater Vorsorge nimmt zu. Ungefähr die Hälfte der Deutschen im Rentenalter profitiert der Untersuchung zufolge bereits von privater oder betrieblicher Altersvorsorge. Ehepaare in Westdeutschland verfügen im Durchschnitt über eine private Rente von 557 Euro, bei Alleinstehenden sind es 371 Euro. In den ostdeutschen Ländern ist dieses Niveau allerdings längst noch nicht erreicht. Paare kommen hier mit ihrer Privatrente auf durchschnittlich 265 Euro, Alleinstehende 323 Euro monatlich.

Ein Teil der Deutschen im Alter von mehr als 65 Jahren zehrt zudem von seinen Ersparnissen und Immobilienanlagen. Jedes dritte Ehepaar und jeder vierte Alleinstehende nimmt dem Bericht zufolge Zinsen von der Bank ein - bei Verheirateten in den alten Ländern im Schnitt 338 Euro im Monat. Auch Mieteinkünfte fließen recht üppig - im Durchschnitt bekommen Senioren-Ehepaare demnach monatlich 1.043 Euro, Alleinstehende 713 Euro.

Die Autoren der Untersuchung warnen davor, sich nur auf Durchschnittswerte zu stützen. So hätten neben Frauen auch ehemals Selbstständige auffällig oft niedrige Einkommen. Diese Gruppe sei etwa doppelt so häufig auf die Grundsicherung angewiesen wie ehemals abhängig Beschäftigte. Das ist Rückenwind für das Vorhaben von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, Selbständige zur Altersvorsorge zu verpflichten und Geringverdiener besser abzusichern.

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