Altkanzler Gerhard Schröder: „Meine Rosneft-Ambitionen schaden der SPD nicht“

Altkanzler Gerhard Schröder: „Meine Rosneft-Ambitionen schaden der SPD nicht“

, aktualisiert 17. August 2017, 10:44 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Altkanzler Schröder verteidigt sein geplantes Engagement beim russischen Ölkonzern Rosneft gegenüber Kritik aus den Reihen seiner eigenen Partei und teilt gleichzeitig Lob in Richtung FDP-Chef Christian Lindner aus.

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Schröder will Aufsichtsrat bei dem Unternehmen werden, das wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim mit EU-Sanktionen belegt ist.

BerlinEx-Kanzler Gerhard Schröder hat bestritten, mit seinen Ambitionen auf einen Posten beim russischen Ölkonzern Rosneft der SPD im Bundestagswahlkampf zu schaden. „Ich glaube nicht, dass ich mit dem Mandat meiner Partei schade“, sagte er der Schweizer Zeitung „Blick“ (Donnerstag). „Ich werde mich zur Wahl stellen, trotz aller Kritik, die ich für falsch halte.“ Schröder will Aufsichtsrat bei dem Unternehmen werden, das wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim mit EU-Sanktionen belegt ist.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte zu den Ambitionen seines Parteifreunds gesagt: „Ich würde es nicht tun.“ Schröder entgegnete: „Jeder muss selber wissen, was er sagt. Ich werde Martin Schulz' Wahlkampf trotzdem unterstützen, wenn er das will.“ Die Deutschen hätten großes Interesse an vernünftigen Beziehungen zu Russland. Er glaube auch, „dass es den Rosneft-Arbeitnehmern in Deutschland und den Gewerkschaften nicht unwohl ist, wenn ein Deutscher an wichtiger Stelle mit dabei ist“, sagte Schröder.

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Das Erdölunternehmen hat in Deutschland nach Angaben der Zeitung Tausende Angestellte. Sein Salär bezifferte Schröder auf rund 350 000 Dollar (298.000 Euro). Zugleich lobte er den Vorschlag von FDP-Chef Christian Lindner, im Verhältnis zu Russland die Krim nicht weiter zum Thema zu machen: „Der Vorsitzende der Freien Demokraten ist weiter als diejenigen, die meinen, dass ihnen Russland-Bashing im Wahlkampf hilft“, sagte er. „In der Krim-Frage wird sich nichts ändern, alle anderen Fragen sollte man getrennt klären.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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