Anschläge in Dresden: Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Anschläge in Dresden: Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

, aktualisiert 27. September 2016, 15:18 Uhr
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Dresden: Anschläge auf Moschee und Kongressgebäude

In Dresden sind vor einer Moschee und einem internationalen Kongressgebäude Sprengstoffanschläge verübt worden. Dabei wurde laut Polizei niemand verletzt. Nun ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft.

In Dresden sind vor einer Moschee und einem internationalen Kongressgebäude zwei Sprengstoffanschläge verübt worden. Das teilte die Polizei in der sächsischen Landeshauptstadt am Dienstagmorgen mit. Verletzt wurde niemand. „Auch wenn uns bislang kein Bekennerschreiben vorliegt, müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen. Gleichzeitig sehen wir auch eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der deutschen Einheit am kommenden Wochenende“, sagte Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat die Ermittlungen zu den Sprengstoffanschlägen übernommen. Es wurde ein Verfahren gegen Unbekannt „wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“ eingeleitet, wie die Behörde mitteilte. Da der Verdacht einer politisch motivierten Straftat derzeit nicht ausgeschlossen werden könne, untersucht das Sonderdezernat „Politisch motivierte Kriminalität“ die beiden Fälle. Für weitere Angaben zu den Ermittlungen sei es zu früh, sagte ein Sprecher.

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verurteilte die Anschläge scharf. Es sei „umso empörender“, da der Angriff auf eine Moschee vor dem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Islamkonferenz (DIK) verübt worden sei, sagte er beim DIK-Jubiläum in Berlin. Die DIK ist ein Gesprächsforum der Islamverbände mit Bund, Ländern und Kommunen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte: „Die Anschläge sind erschütternd. Sie müssen jetzt sehr sorgfältig aufgeklärt und konsequent verfolgt werden.“

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Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte die Anschläge als „feige“. Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sagte: „Eine solche Tat ist kein Protest und auch keine Meinungsäußerung. Eine solche Tat ist ein Verbrechen.“

Die Beamten wurden am Montagabend von einer Rettungsleitstelle über die Detonationen informiert – um 21.53 Uhr über die an der Moschee und um 22.19 Uhr über die am Kongressgebäude. Die Polizei fand an beiden Tatorten die Reste selbstgebauter Sprengsätze. Rund 50 Beamte waren in der vergangenen Nacht im Einsatz.

„Ab sofort arbeiten wir im Krisenmodus“, sagte der Polizeipräsident weiter. Die Polizei bewache die betroffene Moschee sowie eine weitere Moschee in der Stadt. Zudem werde das islamische Zentrum in der Nähe des Bahnhofs Cotta intensiv bewacht.

Zum Zeitpunkt der Detonation befanden sich der Imam mit seiner Frau und den beiden Söhnen in der Moschee. Sie blieben unverletzt. Durch die Druckwelle der Explosion sei die Eingangstür nach innen gedrückt worden, teilte die Polizei mit. Im Gebäude sei Ruß abgelagert worden. Die Moschee befindet sich unweit des Bahnhofs Friedrichstadt.

Am Internationalen Congress Center Dresden zerstörte die Hitze der Explosion die Seite eines Glasquaders auf einer Freifläche. Der terrassenförmig angelegte Bau liegt direkt am Elbufer. Eine Hotelbar wurde evakuiert. Die Polizei forderte Gäste mit Zimmer Richtung Terrasse auf, von ihren Fenstern wegzubleiben. Auch hier wurde niemand verletzt.

2013 hatten Unbekannte auf dem Gelände der geplanten Moschee in Leipzig fünf blutige Schweineköpfe auf Holzpflöcke gespießt. Die Täter wurden bisher nicht ermittelt. Im November 2009 wurde eine Mauer an der Dresdner Synagoge unter anderem mit Hakenkreuzen beschmiert. Verdächtigt wurde damals ein in Dresden lebender Algerier.

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