Apotheken-Urteil: Das Monopol bleibt, der Wettbewerb nimmt zu

KommentarApotheken-Urteil: Das Monopol bleibt, der Wettbewerb nimmt zu

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Die DocMorris-Apotheke in Saarbrücken

Die Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH) halten Deutschlands alteingesessenen Apothekern lästige Konkurrenz vom Leib. Konzerne dürfen keine Apotheken betreiben, verkündeten die EuGH-Richter an diesem Dienstag. Die Pharmazeuten bleiben unter sich. Gelohnt hat sich der Kampf wider das Apotheken-Monopol trotzdem.

Die Pläne von Pharmagroßhändlern und Handelskonzernen, eigene Apotheken zu betreiben, bleiben in der Schublade. Apothekenketten von Schlecker, Rewe oder Rossmann wird es nicht geben. Die Einzelapotheker behalten ihr jahrhundertealtes Monopol.

Der Markt hat sich dennoch verändert. Überall im Lande sind in den vergangenen Jahren etwa DocMorris- oder Easy-Apotheken entstanden. Die bunten Pharmazieläden, die mit niedrigen Preisen für rezeptfreie Medikamente werben und ein einheitliches Erscheinungsbild pflegen, haben in ihrer Umgebung bereits für mehr Wettbewerb gesorgt. So wie beispielsweise an der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld, wo vor Jahren eine DocMorris-Apotheke eröffnete: Ringsum haben die Apotheker ihre Preise gesenkt oder stellen jetzt ihre besonderen Serviceangebote heraus.

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Die DocMorris und Easy-Apotheken wird es auch nach dem EuGH-Urteil weiter geben. Sie sehen zwar wie Apothekenketten aus, sind aber keine – weil der Apotheker hinter dem Tresen immer noch selbstständig ist und mit DocMorris oder Easy lediglich einen Franchise-Vertrag abgeschlossen hat.

Apotheker schließen sich zusammen

Und noch etwas Gutes hat die jahrelange Diskussion über Apothekenketten gebracht. Aus Furcht vor der drohenden Konkurrenz sind viele Apotheker endlich aufgewacht und haben – zum Vorteil der Verbraucher -  in mehr Marketing und besseren Service investiert. Viele Pharmazeuten haben sich zu Kooperationen zusammengeschlossen, die in den vergangenen Jahren reihenweise entstanden sind: Sie heißen Linda, Parmapharm („Gesund ist bunt“) oder Vivesco. In den angeschlossenen Apotheken führen sie dann Patienten-Aktionen – etwa Blutdruckmessung oder Diabetes-Checks – durch. Oder sie legen gemeinsame Bonuskarten auf, mit denen sich Rabattpunkte sammeln lassen.

Der Service in den Apotheken hat sich in den vergangenen Jahren – mit der drohenden Konkurrenz im Nacken – sicherlich verbessert. Das ist doch auch schon mal was.

Ob das allerdings gerade Celesio-Chef Fritz Oesterle tröstet, ist fraglich. Der Pharmagroßhändler aus Stuttgart (und Eigentümer von DocMorris) hatte – so offensiv wie kein anderes Unternehmen – auf Apothekenketten gesetzt. Der Kurs der Celesio-Aktie hat am Vormittag mehr als zehn Prozent verloren.              

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