Arbeitgebertag: Angela Merkel umgarnt die Arbeitgeber

Arbeitgebertag: Angela Merkel umgarnt die Arbeitgeber

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Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte auf der Tagung des Deutschen Arbeitgebertages (BDA) Selbstbewusstsein und Humor

von Cordula Tutt und Cornelia Schmergal

Die Bundeskanzlerin genießt beim Arbeitgebertag ein unausgesprochenes Heimspiel, Grünen-Fraktionschef Trittin gibt sich seriös und argumentiert schneidend.

Angela Merkel trägt grün. Man sollte das gleich zu Beginn erwähnen, weil die Bundeskanzlerin die Farbe ihrer Blazer bei wichtigen Auftritten mit Bedacht auswählt. Wenn sie also für ihre Rede beim Deutschen Arbeitgebertag eine grasgrüne Jacke mit einer schwarzen Hose kombiniert, dann könnte das zweierlei bedeuten. Erstens will sie maximale Präsenz demonstrieren. Wer unter einigen hundert Herren und einigen Dutzend Damen in dunklen Hosenanzügen in Knallfarbe erscheint, zeigt Selbstbewusstsein. Und zweitens wird sich Angela Merkel an diesem Tag mit einem in diesen Kreisen nicht ganz so heimischen Redner beim Duell messen: mit Jürgen Trittin, dem grünen Fraktionschef  im Bundestag und gefühlten Beinahe-Kanzlerkandidaten der Öko-Partei. Der Mann, der seine oft widerspenstige Partei auf Regierungsfähigkeit trimmt,  freilich darf erst als Letzter ans Rednerpult – nach dem verbindlich-aufrechten SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und dem in großen Bögen erzählenden FDP-Vormann im Bundestag, Rainer Brüderle. 

Applaus für Merkel

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Als Angela Merkel den Saal mit den großen Glaslüstern und Stofftapeten betritt, steckt Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt schon mitten in seiner Rede. Gerade ist vom Arbeitsmarkt die Rede, der sich in ungewohnt guter Verfassung befinde. Als Merkel zu ihrem Platz schreitet, brandet tosender Beifall auf. Hundt hält sich mit einer kurzen Begrüßung auf, dann geht es weiter im Manuskript. Zwei Minuten später betritt Jürgen Trittin den Saal – und Hundt redet unbeirrt weiter. Es sei falsch, wenn von linker Seite immer wieder der Niedriglohnsektor beklagt würde. Da gehe es doch vielmehr um Chancen für Menschen, die sonst keine hätten. Auch Trittin nimmt in Reihe eins Platz. Er sitzt weit links außen. Und niemand beklatscht seine Ankunft.

Hohe Erwartungen

An diesem Dienstag ist der Grüne zum ersten Mal bei den Arbeitgebern zu Gast. Auch die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Frank-Walter Steinmeier, und der FDP, Rainer Brüderle, haben ihren Auftritt. Doch am höchsten sind die Erwartungen in Merkel und in Trittin. In den Grünen – weil er hier noch ein Exot ist. Und in die Bundeskanzlerin – weil sie die Macht hat. So viel offensives Wohlwollen wie bei ihrem BDA-Auftritt jedenfalls dürfte ihr lange nicht mehr entgegengeschwappt sein. Weder in der eigenen Partei noch beim lästigen liberalen Koalitionspartner.

Nur wenig hatte Dieter Hundt zuvor noch bekrittelt. Dass die Bundeskanzlerin Sozialministerin Ursula von der Leyen bei der Zuschussrente stoppen müsse. Dass sie ihre Zusage einhalten müsse, ein Tarifeinheitsgesetz auf den Weg zu bringen. Dass die Regierung bei der Haushaltskonsolidierung ambitionierter sein könnte. In Sachen Europa gibt der Arbeitgeberpräsident Merkel aber ein dickes Lob mit auf den Weg. Bei der Euro-Rettung seien die Arbeitgeber ganz auf Linie der Regierung. „Für ihren enormen Einsatz und ihr persönliches Engagement möchte ich der Bundeskanzlerin allerhöchsten Dank aussprechen.“

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