Arbeitslosigkeit: Arbeitsmarkt: Kein Grund zum Aufatmen

KommentarArbeitslosigkeit: Arbeitsmarkt: Kein Grund zum Aufatmen

von Mark Fehr

Der Arbeitsmarkt überrascht mit robusten Zahlen. Doch das nützt nichts, denn das Gespenst des Angst-Sparens geht um.

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Logo der Bundesagentur für Arbeit

Schon wieder kommt der deutsche Arbeitsmarkt trotz Krise glimpflich davon: Zwar ist die Zahl der Jobsuchenden im Februar im Vergleich zum Vormonat um 26.000 auf 3,643 Millionen gestiegen und die Arbeitslosenquote gegenüber Januar um 0,1 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent geklettert.

Doch der Anstieg der Erwerbslosigkeit bleibt in einem für diese Jahreszeit üblichen Rahmen und fällt deutlich niedriger aus als befürchtet. Heinrich Alt vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) sagte heute in Nürnberg: „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bleiben auch im Februar moderat.“ Die Beschäftigung sei sogar gestiegen und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften stabil geblieben.

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Die BA-Statistik bietet damit auch im Februar wieder Grund zum Staunen, denn Experten warnen seit Monaten vor dem großen Einbruch. Können wir jetzt also aufatmen und die Krise abhaken? Für derartige Sorglosigkeit sehen jedoch vor allem die Verbraucher keinen Anlass – denn bei vielen greift das Virus des Angst-Sparens um sich.

Verbraucher fürchten Spätfolgen der Krise

Der Arbeitsmarkt ist ein konjunktureller Spätindikator, spürt die Krise also zunächst kaum, wird aber irgendwann von der Vergangenheit eingeholt und bleibt auf keinen Fall vollständig verschont. Während etwa die Exportindustrie zu den Wirtschaftsbereichen zählt, die früh von der Rezession erwischt wurden, machen sich die Folgen des globalen Einbruchs für die Beschäftigten nur zeitverzögert bemerkbar.

Das wissen auch die Verbraucher – und zügeln aus Furcht vor Entlassung schon mal vorsorglich ihre Kauflust. Ein paar Häuserblöcke von der Zentrale der Bundesagentur entfernt hat man das schon registriert: Die ebenfalls in Nürnberg beheimatete Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat die privaten Haushalte für 2010 bereits als Wachstumsmotor abgemeldet.

Sogar beim Alltagskonsum wird gespart

Laut GfK-Prognose wird der deutsche Konsum in diesem Jahr stagnieren. Im Februar sank das von den Nürnberger Verbraucherexperten monatlich aktualisierte Konsumklima bereits zum fünften Mal in Folge – und das liegt nicht nur an der wachsenden Sorge wegen der finanziellen Schieflage Griechenlands und anderer europäischer Länder.

Besonders fatal in dieser Situation: Nicht nur Haushalte, deren Ernährer arbeitslos sind, machen immer öfter einen Bogen um Supermärkte und Kaufhäuser. Aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes treten auch solche Verbraucher auf die Konsumbremse, die ihre Stelle aktuell noch nicht verloren haben.

Das bremst in erster Linie die Anschaffung langlebiger und wertvoller Konsumgüter, auf die sich im Alltag verzichten lässt. Doch sogar bei Gütern des täglichen Bedarfs machen krisengeplagte Konsumenten Abstriche. Haushalte, deren Hauptverdiener arbeitslos werden und solche, die den Arbeitsplatzverlust des Hauptverdieners fürchten müssen, reduzieren nach Analysen der GfK ihre Ausgaben für Alltagskonsum um zehn Prozent.

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