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KommentarArbeitsmarkt: Ab ohne Schwung

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar wieder über drei Millionen gestiegen. Trotzdem sollte das zu keiner Krise führen, außer es gibt neue Schocks auf dem Weltmarkt

von Bert Losse

Es gibt wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose in Deutschland. Trotzdem droht keine neue Jobkrise.

Die Experten hatten es kommen sehen. Erstmals seit elf Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wieder über die Drei-Millionen-Grenze gerutscht. Im Januar waren im Vergleich zum Vormonat knapp 300 000 Menschen mehr erwerbslos gemeldet, das entspricht einer um 0,7 Punkte gestiegenen Quote von 7,4 Prozent. Die Zahl der offenen Stellen liegt aktuell um zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau, und es gibt wieder mehr Hartz-IV-Empfänger. Gleichzeitig wachsen die Sorgen um die globale Konjunktur, nachdem die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, für das vierte Quartal 2012 überraschend ein aufs Jahr hochgerechnetes Wachstumsminus von 0,1 Prozent melden mussten.

Droht dem Arbeitsmarkt nach den vergangenen Spitzenjahren nun womöglich sogar ein Absturz? Sind die aktuellen Stellenstreichungen bei Konzernen wie Siemens, RWE, der Telekom oder der Commerzbank der Vorbote einer breiten Entlassungswelle in Deutschland? Die Antwort lautet: Nein! Zwar ist der deutsche Job-Boom, der den Rest Europas in ungläubiges Staunen versetzte, nun endgültig vorbei. Doch für massiv steigende Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten spricht wenig.

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Schmuddelwetter erhöht Arbeitslosenzahl

Dass die Arbeitslosenzahl steigt, wenn schmuddeliges Winterwetter herrscht und viele Baustellen brachliegen, ist völlig normal. Rechnet man saisonale Einflüsse heraus, gab es im Januar sogar 16 000 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Der Stellenindex der Bundesagentur (BAX), der die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen abbildet, ist zuletzt wieder um einen Zähler gestiegen; gesucht werden vor allem Fachkräfte in den Bereichen Mechatronik, Energie und Elektro, Maschinen- und Fahrzeugbau, Verkehr und Logistik. Auch die bei den Arbeitsagenturen vorliegenden Anträge auf Kurzarbeit – im Januar für rund 40 000 Beschäftigte – sind nicht gerade furchterregend. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der vergangenen Rezession gab es in Deutschland rund 1,7 Millionen Kurzarbeiter.

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Und sollte die Konjunktur 2013 schlechter laufen als erwartet – viele Auguren erwarten eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte –, hilft die Demografie: In diesem Jahr werden rund 270 000 Menschen weniger auf den Arbeitsmarkt drängen als 2012.

Allerdings gelten all die positiven Prognosen nur, solange keine unerwarteten externen Schocks auftreten. Eine erneute Eskalation der Euro-Krise, eine Ölpreisexplosion durch Unruhen im Nahen Osten, eine schwere US-Rezession – und schon werden die ökonomischen Karten neu gemischt. Am Ende auch auf dem Arbeitsmarkt.

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