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Arbeitsmarkt: Arbeitsagentur: Weiterbildungskurse kosteten 2,264 Milliarden Euro

von Cornelia Schmergal

Die Weiterbildungmaßnahmen der Arbeitslosenversicherung kosteten 2009 bei steigender Teilnehmerzahl 2,264 Milliarden Euro. Gewerkschaften fordern 24 Monate Kurzarbeitergeld in den Transfergesellschaften.

Wurden im Jahr 2008 noch 455.600 so genannte „Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung“ gewährt, so waren es in 2009 insgesamt 644.000. Allein im vergangenen Jahr summierten sich die Ausgaben für die berufliche Weiterbildung auf 2,264 Milliarden Euro, wie eine Kostenaufstellung der Bundesagentur für Arbeit zeigt, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Dazu zählen die Ausgaben für Qualifizierungsmaßnahmen für die Empfänger von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II sowie für die Weiterbildung von geringfügig Qualifizierten (Wegebau-Programm) und Kurzarbeitern. Die Kurse werden zum Teil auch über den Europäischen Sozialfonds mitfinanziert.

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Angesichts des erwarteten Anstiegs der Arbeitslosigkeit fordern die Gewerkschaften, die Zahlung des Transferkurzarbeitergeldes auszudehnen. „Viele Unternehmensleitungen, aber auch Beschäftigte fragen sich, was nach der Kurzarbeit kommt“, sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban dem Magazin. Mitunter werde in den Unternehmen die Kurzarbeit für die Zukunft in Frage gestellt. „Wir sollten zum Beispiel darüber nachdenken, die Dauer des Transfer-Kurzarbeitergeldes auf mindestens 24 Monte zu verlängern“, sagte Urban, der auch Mitglied des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit ist. Außerdem solle man den Beschäftigten die Rückkehr in ihre alten Unternehmen oder eine gesicherte Beschäftigungsperspektive garantieren.

Forscher: Transfergesellschaften sind Geldverschwendung

In einer Transfergesellschaft erhalten Beschäftigte, die von ihrem alten Arbeitgeber entlassen wurden, bislang maximal ein Jahr lang bis zu 67 Prozent des letzten Gehalts als Transfer-Kurzarbeitergeld. In den Gesellschaften sollen sie weiterqualifiziert und in eine neue Beschäftigung vermittelt werden.

Nach Ansicht von Hilmar Schneider, Direktor Arbeitsmarktpolitik beim Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), haben sich Transfergesellschaften allerdings nicht bewährt. Schneider sagte der WirtschaftsWoche: „Im Grunde sind Transfergesellschaften Geldverschwendung.“ Es gebe keinen einzigen Beleg dafür, dass ihre Betreiber den Betroffenen schneller aus der Arbeitslosigkeit helfen könnten als es bei der normalen Betreuung über die Arbeitsagenturen der Fall sei. „Deshalb sind sie ein teures und völlig überflüssiges Instrument“, sagte Schneider. Allerdings bemühe sich die Branche „um mehr Transparenz und Qualität“.

18 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.01.2011, 14:20 UhrAnonymer Benutzer: Weiterbildungsmafia

    Kosten der Weiterbildungskurse sind noch höher!
    Wir haben in Hamburg 23 Weiterbildungsträger die ca. 2.500 Kursteilnermer pro Jahr zugewiesen bekommen und jährlich zwischen 8.000 - 10.000 Rechnungen an die Agentur für Arbeit Hamburg einreichen. Diese Rechnungssumme liegt alleine nur in Hamburg bei 1,42 Milliarden Euro. Es gibt aber noch 15 weitere bundesländer...

    Es ist gar nicht Hauptaufgabe der Weiterbildungsträger Kursteilnehmer in Arbeit zu vermitteln, sondern Selbsterhaltung mit minimalem Risiko, Einsatz und gemeinnützig steuerbegünstig, damit die Geschäftsführer nicht in sozialschwachen Wohngegenden wohnen müssen..

  • 05.12.2010, 02:36 UhrAnonymer Benutzer: derJochen

    hätte ich vor ein paar Wochen gewusst was mich in der "Transfergesellschaft Küste" erwartet,dann hätte ich meine Kündigungsfrist genommen.

  • 27.01.2010, 19:01 UhrAnonymer Benutzer: Christoph Frilling

    ich habe eine Nachfrage zu Christian: Was soll denn das iZA bzw. die Deutsche Post AG gegen Transfergesellschaften haben? bitte um Erläuterung. Danke.

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