Arbeitsmarkt: Auf dem Weg zur Vollbeschäftigung

Arbeitsmarkt: Auf dem Weg zur Vollbeschäftigung

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Ursula von der Leyen verkündet die Arbeitslosenzahlen

von Cornelia Schmergal

Die Erwerbslosenquote ist im Oktober unter die Drei-Millionen-Marke gerutscht. Deutschland verabschiedet sich von der Massenarbeitslosigkeit. Von Wirtschaftswoche-Reporterin Cornelia Schmergal.

Es ist nur eine symbolische Marke, die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen in dieser Woche verkünden konnte. Erstmals seit 1991 ist die Arbeitslosenzahl in einem Oktober-Monat unter die Grenze von drei Millionen gefallen. Dennoch sind sich Ökonomen einig, dass dieser Herbst eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt markiert. Langsam, aber sicher verabschiedet das Land sich aus der Ära der Massenarbeitslosigkeit, die das Lebensgefühl in der Bundesrepublik über Jahrzehnte prägte. Dafür sorgt allerdings weniger die Politik, sondern vor allem die demografische Entwicklung, die das Angebot an Arbeitskräften in den kommenden Jahren schmilzen lässt. Irgendwann könnten Arbeitnehmer zum begehrtesten, weil knappsten Produktionsfaktor werden.

„In fünf Jahren können wir in Deutschland wieder Vollbeschäftigung erreichen“, prognostiziert Klaus Zimmermann, der Präsident des deutschen Instituts für Wirtschaftsfoschung (DIW). Er sei sei „überrascht über die Geschwindigkeit“, in der sich der Arbeitsmarkt erhole. „Noch vor kurzem war ich davon überzeugt, dass wir mindestens zehn Jahre brauchen“, sagte er im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

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So wenig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr

Auch der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, rechnet mit einer langfristigen Erholung des Arbeitsmarktes. „Die Trendwende hat bereits stattgefunden. Uns stehen fette Jahre auf dem Arbeitsmarkt bevor“, sagte er. Das nächste Jahr werde viele gute Botschaften bescheren. So gehe auch die „tatsächliche Unterbeschäftigung“ 2011 auf „deutlich auf unter vier Millionen zurück“. Das sei so wenig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr und sei vielleicht sogar „noch aussagekräftiger als die normale Arbeitslosen-Statistik“, so Möller. Bei der Messung der Unterbeschäftigung, der sogenannten stillen Reserve im engeren Sinne, berücksichtigt das IAB auch jene Arbeitslose,  die derzeit in Beschäftigungsmaßnahmen stecken oder nicht in der Statistik auftauchen, weil sie sich gar nicht erst jobsuchend gemeldet haben.

Die Wirtschaftswelt, so viel ist gewiss, wird sich in den kommenden Jahren rasant verändern.  „Der Arbeitsmarkt wird zum Arbeitnehmermarkt, auf dem Fachkräfte von den Unternehmen hofiert werden“, prognostiziert Hilmar Schneider, Direktor des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Dies werde zu „wahrscheinlich deutlich höheren Löhnen“ führen. Am Ende könne es sogar zu Firmenpleiten kommen, weil Unternehmen jene Fachkräfte, die sie dringend brauchten, schlicht nicht mehr bezahlen könnten.

Wie das neue Jobwunder den Arbeitsmarkt umkrempeln wird, lesen Sie in der aktiuellen WirtschaftsWoche - ab Samstag am Kiosk.

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