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Arbeitsmarkt: Ausländische Fachkräfte kehren Deutschland den Rücken

von Konrad Fischer, Cornelia Schmergal und Kristin Schmidt

Das deutsche Wirtschaftswunder beeindruckt die Welt, der Arbeitsmarkt hält Kurs Richtung Vollbeschäftigung. Trotzdem verharrt die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte auf niedrigem Niveau. Warum bloß?

Ding Yan zurück in China Quelle: Stefen Chow für WirtschaftsWoche
Ding Yan zurück in China Quelle: Stefen Chow für WirtschaftsWoche

Um die deutsche Zuwanderungsmisere zu beschreiben, braucht es drei fremde Wörter und ein scheinbar vertrautes. Nebahat Sönmez, Ding Yan. Zu Deutsch: Angebot und Nachfrage treffen sich nicht. Die Türkin Nebahat Sönmez – keine Ausbildung, kein Job – hat ihre Heimat in Deutschland gefunden. Ding Yan jedoch – Uni-Absolventin, beinahe akzentfreies Deutsch – ist zurück in ihre Heimat Peking gezogen.

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Nebahat Sönmez ist 34 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Ort im bergigen Osten der Türkei, aber nicht wie Sie jetzt denken. Sönmez tritt auf als weltoffene Frau, ihr blond gefärbtes Haar trägt sie offen, mit ihrem Kleidungsstil würde sie weder am Münchner Stachus noch auf dem Istanbuler Taksim-Platz groß auffallen. Auch wenn sie bis heute kaum deutsch spricht, lebt sie seit zwei Jahren in Deutschland, will hier bleiben. Ihr Mann arbeitet bei einem Sicherheitsdienst in Duisburg. Sie hat ihn in der Türkei kennengelernt, die beiden heirateten. Sofort war klar, dass es danach nach Deutschland gehen sollte. Ihr Ehemann war zufrieden mit seinem Job, mit der Türkei verband ihn wenig außer der Sprache, selbst die kannte er vor allem aus Duisburg.

Abschied nach dem Studium

Ding Yan kennt Deutschland aus eigener Anschauung. Sieben Jahre lang hat die 29-Jährige an der RWTH Aachen Wirtschaftsgeografie studiert, ihr Abschluss heißt Magister. 2009 hat sie ein Kommilitone für das Studentenmagazin interviewt, da sagte sie, in Deutschland zu arbeiten, "das könnte ich mir gut vorstellen". Yan spricht exzellentes Deutsch, bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking hat sie als Dolmetscherin für das ZDF gearbeitet, ein längeres Praktikum beim Autozulieferer Bosch hat sie von den Vorzügen des deutschen Arbeitsmarktes überzeugt. Nach dem Studium suchte sie nach einer Stelle hier, schließlich mag sie die Ruhe der deutschen Städte, auch das Schwarzbrot schmeckt ihr. Trotz einiger Jobangebote packte Yan im vergangenen Sommer ihre Koffer. Heute arbeitet sie bei der Außenstelle der RWTH in Peking. Nach Deutschland kommt sie zwar schon im Juni wieder, aber nur noch als Touristin.

74 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.06.2011, 14:54 UhrAnonymer Benutzer: A&B

    Recht habn se ! Wenn "ihr" nur noch Junge wollt und "Eure" Alten mit 57/58 in Rente schickt ?

    Z.b. Audi und Andere. Zum Kotsen !

  • 22.06.2011, 11:14 UhrAnonymer Benutzer: AndiDD

    "Was Sie formulieren, sind derartig krasse Verallgemeinerungen, dass ich mit Lessing nur noch sagen will: "Kann eines ernsthaften Argumentes nicht gewürdigt werden."

    Verallgemeinerungen sind die Grundlage jeglicher systematischen bewertung. Sie sind die Grundlage für Konfektionsgrößen, Tiefkühlnahrung und Einstiegsgehälter. Mal abgesehen davon, dass ein Artikel, der auf 365000 detaillierte Einzelfälle eingeht, etwas unhandlich daherkäme.

    Aber ich habe einen Einzelfall in meinem Freundeskreis: Eine Mongolin, an einer deutschen Universität promovierte biologin, die unser deutscher Staat - trotz Abschluss und gut bezahlter Stelle in der Pharmaindustrie - derart nach Strich und Faden schikaniert hat, dass sie nur noch mit Glück in diesem gastlichen Land lebt.

    Umhätschelt und umworben werden dagegen burka- und Turbanträger (innen) ohne jede Ausbildung, die sich weder auf Deutsch NOCH auf Englisch oder sonstwie verständigen können (sofern sie sich überhaupt zu einem Verständigungsversuch mit uns in ihren Augen rassisch minderwertigen Deutschen herablassen).

  • 19.06.2011, 15:35 UhrAnonymer Benutzer: Northlander

    Und wie sieht es mit inländischen Fachkräften aus? Wer hindert sie an der Auswanderung?

    ich habe vor sechzehn Jahren Deutschland als "Fachkraft" verlassen, und habe die Entscheidung nie bereut. Nach Deutschland komme ich nur noch selten. Ein "zurück" kann ich mir nicht vorstellen.

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