Arbeitsmarkt: BA-Chef: Weiterbildung auf Staatskosten kann kein Standard werden

Arbeitsmarkt: BA-Chef: Weiterbildung auf Staatskosten kann kein Standard werden

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, fordert Unternehmen auf, Mitarbeiter während der Kurzarbeit weiterzubilden. Der Vorteil: In dieser Zeit sind keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

„Die Debatte über den Fachkräftemangel war nicht immer qualifiziert. Jetzt kann jeder helfen, Vorsorge zu betreiben und weiterzubilden – sogar auf staatliche Kosten.“ Gleichzeitig betonte Weise, die Unterstützung sei „ordnungspolitisch schwierig“. „Wir dürfen nicht aus dem Auge verlieren, dass eine solche Lösung für die Zukunft der Arbeitslosenversicherung kein Standard werden kann“, sagte Weise. Es sei zuallererst Sache der Unternehmen, Fachkräftemangel zu verhindern. „Ich staune, wenn ich lese, dass über 45-Jährige in Deutschland kaum noch qualifiziert werden“, kritisiert der BA-Chef.

Weise geht nicht davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen in der Krise wieder über die Fünf-Millionen-Marke steigen könnte. Für das Jahr 2009 rechnet er im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenzahl von unter vier Millionen. Unterstellt ist dabei ein Wirtschaftswachstum von minus zweieinviertel Prozent.

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Allerdings sei das „gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein“ der Arbeitgeber gestiegen: „Die Mitarbeiter haben mitgeholfen, den letzten Aufschwung mitzugestalten. So ohne Weiteres entlässt man diese Leute nicht“, sagte Weise.

Für die Zukunft fordert Weise eine klare Regel für die Reserven der Arbeitslosenversicherung: „Wir sollten in jedem Fall in ruhigen Zeiten darüber nachdenken, ob eine gesetzliche Reserve in der Arbeitslosenversicherung wünschenswert ist.“ Ein logisches Modell für eine Reserve, das der Agentur ein Mandat zur guten Unternehmensführung schaffe, wäre sehr hilfreich, sagte Weise. Es könne „zum Beispiel das Ansparen von Reserven ermöglichen, die dann in einer Krise zur Verfügung stehen. So käme die BA ohne Zuschüsse oder Beitragssatzänderungen aus.“

Weitere neue Reformen am Arbeitsmarkt lehnt Weise kategorisch ab: „Im Moment brauchen wir gewiss keine mehr. Das wäre in der Organisation der Bundesagentur kaum noch umzusetzen. Eine Reform bedeutet ja, Strukturen zu ändern, Mitarbeiter zu trainieren – und das in einer Situation, in der die Belastung ohnehin hoch ist. Das kann ich wirklich nicht empfehlen.“

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