Arbeitsmarkt: Deutschland wirbt spanische Arbeitskräfte gezielt an

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Deutschland wirbt um Arbeitskräfte aus Spanien

von Christian Ramthun und Cornelia Schmergal

Die deutsche Wirtschaft geht dazu über, gezielt Arbeitskräfte aus südeuropäischen Krisenländern zu rekrutieren.

Die Auslandshandelskammern wollen dabei den kleineren Unternehmen beim Anwerben helfen. Der für die Auslandskammern zuständige Präsident  des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, erklärte im Gespräch mit der WirtschaftsWoche, diese könnten „in Kooperation mit Schulen, Arbeitsämtern und anderen Organisationen vor Ort die richtigen Arbeitskräfte vermitteln“. Driftmann: „Die Unternehmen müssen nur sagen, wen sie mit welchem Profil suchen. Dann legen unsere Leute los. Aktuelles Beispiel ist hier Spanien.“

Beim Anwerben würden allerdings klare Bedingungen gestellt, sagte  Driftmann der WirtschaftsWoche: „Wir legen bei Zuwanderern die gleichen Qualifikationsmaßstäbe an wie bei heimischen Bewerbern, und natürlich müssen ausländische Arbeitnehmer bereit sein, die deutsche Sprache zu lernen.“ Damit gebe es klare Unterschiede zur früheren Anwerbung von Gastarbeitern, so Driftmann: „Damals haben wir zumeist einfache Arbeiter aus unterschiedlichen Ländern hierher geholt. Die Menschen waren schlecht oder gar nicht ausgebildet.“

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Mit dem Anwerben von ausländischen Fachkräften möchte die deutsche Wirtschaft nicht nur den aktuellen Mangel lindern, sondern auch die künftigen Lücken auffüllen. Der DIHK-Präsident schätzt, dass hierzulande bis zum Jahr 2025 „unser Potenzial um rund 6,5 Millionen Erwerbsfähige sinkt“.

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100.000 Jugendliche wären ausbildungsfähig

Die Politik trägt nach Einschätzung von DIHK-Präsident Hans Driftmann eine Mitschuld, dass in diesem Jahr voraussichtlich 80.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können. Während die Unternehmen händeringend nach Auszubildenden suchen, würden 100.000 ausbildungsfähige Jugendliche in Qualifizierungsmaßnahmen geparkt. „Etwa 100.000 Jugendliche bräuchten gar nicht in das Übergangssystem zu gehen. Das Problem ist, dass es Lehrer gibt, die ihren Abgangsschülern dazu raten, weil sie von der Arbeitswelt keine Ahnung haben“, kritisiert Driftmann in der WirtschaftsWoche. „Und die Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen sind oft froh, wenn sie ihre Plätze füllen können. Da ist sich das System, das der Staat jährlich mit vier Milliarden Euro finanziert, selbst am nächsten.“

Deshalb fordert der DIHK, dass die Lehrer viel stärker mit den Unternehmen kooperieren. „Wir müssen die Curricula bei der Lehrerausbildung so gestalten, dass die Lehrer von der Arbeitswelt mehr verstehen und als Berater für die Schüler tätig sei können.“ In den Lehrplänen müsse mehr Zeit für betriebliche Praktika eingeplant werden. „Und wenn mehr Lehrer gelegentlich in ein Unternehmen kämen, um ihre Schüler beim Praktikum zu betreuen, wäre das optimal.“

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