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Arbeitsmarkt: Die Profiteure der Krise

von Dieter Schnaas und Cornelia Schmergal

Die Themen Arbeitsmarkt und Hartz-IV-Debatte reißen nicht ab. Offenbar hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit seiner Forderung nach einer Arbeitspflicht für Leistungsempfänger einen Nerv getroffen. In unserer Titelgeschichte, ab kommenden Montag am Kiosk, analysiert WirtschaftsWoche-Chefreporter Dieter Schnaas die Vorschläge Kochs. Reporterin Cornelia Schmergal untersucht das Geschäft mit den Arbeitslosen. Denn die Arbeitslosigkeit nährt ganze Branchen.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Quelle: dpa
ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Frau geht am 05.01.2010 in der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt am Main an einem Logo der Arbeitsagentur vorbei. Die schwarz-gelbe Koalition lehnt eine strenge Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger ab. Die Koalitionsspitzen gingen bei ihrem Treffen am Dienstag (19.01.2010) im Kanzleramt auf Distanz zu dem Vorstoß von Hessens Ministerpräsident Koch (CDU). Im Koalitionsausschuss sei die Auffassung vertreten worden, dass es keinen entsprechenden Änderungsbedarf an der Hartz-IV-Regelung gebe, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Koalitionskreisen. Foto: Uwe Anspach (zu dpa 4311 vom 19.01.2010) (c) dpa - Bildfunk Quelle: dpa

Die Hartz-IV-Debatte reißt nicht ab. Offenbar hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit seiner Forderung nach einer Arbeitspflicht für Leistungsempfänger einen Nerv getroffen. Die Opposition zeiht ihn einen "Brandstifter" und beschuldigt ihn, "die Menschenwürde" zu verletzten.

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WirtschaftsWoche-Chefreporter Dieter Schnaas analysiert in seiner aktuellen Titelgeschichte die Vorschläge Kochs – und hat mit Mitarbeitern in Berliner Jobcentern über Sanktionen und Leistungsmissbrauch gesprochen.

Sein Urteil: Die Vorschläge von Roland Koch helfen nicht weiter.

Dafür, dass Koch mit seinen überspitzten Formulierungen eine Debatte ausgelöst hat, sei ihm dennoch zu danken.

Es wird deutlich, dass der Politik heute mehr denn je die Aufgabe zufällt, beides zugleich deutlich zu machen: dass Fleißige mehr Geld und Zuwendung des Staates verdienen – und Faule seine Härte und Sanktionsbereitschaft.

In unserer Titelgeschichte analysiert WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal außerdem das Geschäft mit den Arbeitslosen. Denn die Arbeitslosigkeit nährt ganze Branchen.

Bisher retteten sich die Beschäftigten mit Kurzarbeit durch die Wirtschaftskrise. Damit dürfte es bald vorbei sein.

In diesem Jahr werden die Arbeitslosenzahlen spürbar steigen. Doch für jeden Verlierer auf dem Jobmarkt gibt es irgendwo wieder einen Gewinner.

Arbeitslosigkeit ist ein Milliardengeschäft – vor allem für die Weiterbildungsindustrie. Das Geschäft mit den Arbeitslosen blüht. Kein Wunder, schließlich übernehmen Steuer- und Beitragszahler die Zeche.   

Wie in der Bundeshartzstadt Berlin getrickst, getäuscht und betrogen wird, und wer von der Debatte um die Sozialversicherung profitiert,  lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Wirtschaftswoche - am kommenden Montag am Kiosk.

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11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.01.2010, 14:12 UhrAnonymer Benutzer: sams am sonntag

    Wie im Gesundheitswesen, wie im Pflegebereich, so auch bei der ALV .... je größer der Topf umso mehr Geier versammeln sich und bedauerlichweise wird deren beute immer größer. Gewerkschaftsnahe/-eigene bildungsunternehmen, private Unternehmungen alle wollen an den Topf. Ob der/die AL einen Mehrwert erhält wird gar nicht mehr hinterfragt. Wir müssen eine effiziente Kontrolle über die Verwendung dieser Töpfe einrichten! Und da gehören die betroffenen - die AL'en - besser eingebunden. Das beispiel der sinnfreien bewerbungstrainings ist schon passend. Wer so etwas anbietet, der weiss um die Sinnlosigkeit. Wer es beauftragt, der verschwendet Gelder der Gemeinschaft und man muss überprüfen, warum dies geschieht.

  • 24.01.2010, 10:29 UhrAnonymer Benutzer: Unternehmer

    in Mitte wird eine gigantische bND Verwaltung gebaut, zwischen Ludwigsfelde und berlin eine neue Justizvollzugsanstalt draußen vor den Toren der Stadt.

    Die wollen doch auch alle beschäftigt werden. Wenn es nicht reicht einen riesen Verwaltungstamtam um 20€ Hartz4 zu viel zu machen, müsste man ansonsten kreativ sein und Lösungen aus der Misere finden - die es definitiv gibt.

    Da wir die Kreativen als Feindbilder des Staates betrachten und Leute mit Visionen zum Arzt schicken wollen, werden wir wohl die Zukunftsideen von Koch und Schäuble realisieren. Überwachungsstaat und Zwangsarbeit im Tarnmäntelchen der Wirtschaftspartei CDU.

    blockpartei würde es vermutlich genauer beschreiben. Die SED behauptete ja auch stets antifaschistisch zu sein. Allerdings Worte sind Schall und Rauch. An den eingesetzten Methoden und Werten verrät sich welch geistes Kinder da am Werke sind.

    Die einzige Zukunft für die da gesorgt wird, ist die eigene.

  • 23.01.2010, 15:56 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Das Geschäft mit den Arbeitslosen ist eine Schande !
    Wenn die sog. freie Wirtschaft es nicht schafft, ausreichend Arbeits-plätze zu schaffen und anzubieten, dann müssen halt andere Systeme
    her. Der Staat hat nicht die Aufgabe, banken mit Milliarden zu retten,
    sonder für die bürger da zu sein. Statt gutes Geld, schlechtem hinterher zu werfen, sollte der Staat sich lieber an Firmen beteiligen
    und die Prioritäten ändern. Arbeit zu bedingungen, die das Leben
    ermöglichen muss die Devise sein. Es gibt tausend Möglichkeiten
    hier kreativ zu sein. Wiederhole mich: wir arbeiten um zu leben und
    nicht anders herum. Ändert das System ! Arbeitslose und Sozialhilfe-
    empfänger sind auch Wähler ! Tut was, und zwar kreativ und positiv,
    nicht nur die Menschen quälen und ausnehmen !

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