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Kommentare zu: Hartz IV spaltet noch immer die Nation

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5 Kommentare
  • 23.08.2012, 19:53 UhrHarzer

    rund 2,8 Millionen Deutsche keinen Job - im Vergleich zu vier Millionen Arbeitslosen vor zehn Jahren.

    das statistische Bundesamt hat letztens die Zahl der Unterbeschäftigten auf immer noch 7,4 Mio. taxiert.

    70% der Niedriglöhner in DE sind Frauen - Deutschland beutet vor allem seine Frauen aus und stößt seine Wirtschaft auf dessen Rücken gesund. Da kann man sich sein Gender und Gleichstellung auch gleich in die Haare schmieren. Von mindestlöhnen würden vor allem Frauen profitieren.

    Das Arbeitsvolumen ist gesunken, dass Erwerbspersonenpotential durch Frauen gestiegen. Man hat ergo nur Arbeit umverteilt auf mehr Köpfe. In der gewerblichen Wirtschaft sinkt die Beschäftigung durch Produktivitätssteigerungen.

    die Reformen haben viele Arbeitnehmer sogar immobiler und unflexibler gemacht, denn die Bereitschaft auch schlechte Jobs zu verlassen und einen neuen zu suchen ist gesunken. Stattdessen bekommen eben mehr durch den Druck psychische Krankheiten, dessen zahlen seit ca 2000 explodieren.

    als Grenze zur Lebenserhaltung sehe ich die Armutsgrenze an, dass sind 940 Euro netto - Hartz IV ist viel zu niedrig und liegt weit darunter. Die reelle Inflation wird nicht berücksichtigt. Weiterbildung und Qualifizierung wurden massiv abgebaut.

    langfristig werden durch diese Reformen noch hohe soziale Kosten auflaufen.

    das die Arbeitslosigkeit sinkt liegt an Statistiktricks und am dem demographischen Wandel. Seit ca. 2010 verlassen mehr Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt als neue hinzutreten. Dennoch steigt durch die Frauen noch das Erwerbspersonenpotential an. Ab 2015 geht die Welle los, ab dann verlassen sehr viele den Arbeitsmarkt.

    die Reformen haben das Lohngefüge in Deutschland zerstört. OECD-Weit sind überall die löhne stärker gestiegen als hier. Nur in Deutschland und dem deflationären Japan sind sie gesunken. Selbst Ingenieure haben nur minimale Lohnsteigerungen erlebt.

    und die hohe Unterbeschäftigung lässt sich auch nicht hinwegdiskutieren.



  • 24.08.2012, 04:47 UhrJoselyn

    Hartz IV hat nur die Firmen reich gemacht und ist nichts anderes als staatlich geförderte Sklaverei. Schließlich werden die Hartz IV Empfänger genötigt, unter Androhung einer Geldsperre, Arbeitsverträge bei diesen zu unterzeichnen. Diese Arbeitsverträge enthalten Dumpinglöhne und entsprechen in vielen Fällen nicht einmal dem in Deutschland geltenden Recht. Einer von 10.0000 erhält einen festen Arbeitsvertrag. Mit dem wenigen Geld kann man auch keine Altersvorsorge aufbauen, was wiederum zur Armut in Alter führt.

    Wie es in Deutschland aussieht, kann man hier nachlesen: http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/widerstand.html

    Schließlich haben wir auch in Deutschland 1,5 Millionen Jugendliche, die arbeitslos sind. Dazu kommen noch die vielen Menschen, die arbeitslos sind oder nur sehr wenig verdienen.


    Second Magazine vom 08.04.12:
    Aufgrund des Artikels (Thema Arbeitslosigkeit in Deutschland) hatten wir eine tiefergehende Analyse vorgenommen, und wir kamen zu dem Schluss, das darf doch nicht wahr sein:
    5,4 Millionen Menschen empfangen ALG I+II. (Statistisches Bundesamt)
    8,8 Millionen Menschen ernähren sich unterhalb des Mindestlohnes (DGB 14.03.12)
    18 Millionen Menschen bekommen Geld zur Grundsicherung (Statistisches Bundeamt)
    nicht weniger als 32 Millionen Menschen haben im Monat weniger als 400,00 €. Das lässt sich auch nicht mit den immer wieder gefälschten Zahlen beschönigen.

    • 24.08.2012, 06:49 UhrMV_

      @Joselyn

      Sie glauben also, dass ein Sklave jemand war, der zunächst mal Geld überwiesen bekam, einfach so. Zudem wurde ihm die Miete bezahlt, Heizkosten, Arztbehandlungen und natürlich Medizin. Hatte so ein Sklave Kinder, wurden für diese natürlich ebenfalls zusätzliche Mittel aufgebracht. Doch dann wurde dieser arme Sklave aufgefordert, wenn er nicht in der Lage sei sich selber bezahlte Arbeit zu suchen, dann doch bitteschön für die fürstlichen Sachleistungen plus Taschengeld, welche allesamt aus zwangsenteigneten Arbeitsfrüchten der Nachbarn bestehen, wenigstens eine Arbeit anzunehmen. So würden Sie im Geschichtsunterricht also "Sklaverei" erklären?

    • 24.08.2012, 07:29 Uhr@MV

      @MV

      der Sklave bekam früher fürs Arbeiten Sachleistungen in Form von Unterkunft, Essen und Trinken, Schlafstätte.

      der Niedriglöhner bekommt heute Geld überwiesen, um sich selbst diese Sachen zu kaufen. Wenn aber die Geldbeträge zu niedrig sind, um diese zu erwerben, würde ihm weniger zustehen als dem damaligen Sklaven, denn der hatte seine Unterkunft. Damit stellen sich heutige Niedriglöhner schlechter als damalige Sklaven. Während heute dann der Staat mit Sozialleistungen aufstockt, gab es im alten Griechenland und Rom die Regelung, dass der Sklavenhalter für sämtliche Kosten des Sklaven aufkommen musste - ein Abwälzen auf die Gemeinschaft anderer Sklavenhalter oder freier Bürger wäre undenkbar gewesen!

      Platon war auch mal Haussklave -- der hatte wenigstens seine Kosten gedeckt durch die Sachleistungen.

      und natürlich ist der Vergleich Sklaverei und Arbeitsmarkt heute gerechtfertigt - heute ist das Ganze nur subtiler -- weil man eben nicht mehr Sachleistungen bekommt, sondern das ganze vom Geldbetrag selbst in Sachleistungen umsetzen muss.

      ich z.B. weigere mich für die Wirtschaft neue Sklaven zu produzieren und bleib deshalb kinderlos. Da ich mich nicht gern versklaven lass arbeite ich auch nur Teilzeit - das andere ist meine heilige Freizeit.

      übrigens arbeiten die Menschen heute mehr als im frühen Mittelalter, wo der abhängige Bauer nur 6 Std. für den Sklavenhalter arbeiten musste - der Rest war seine Zeit.

  • 24.08.2012, 11:43 UhrThomasKallay

    Guten Tag,

    mein Name Thomas Kallay aus Eschwege in Nordhessen.

    Ich bin von Beruf Journalist, aber auch chronisch krank und behindert, beziehe daher Hartz-IV und war 2009/2010 einer der Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht wegen der, bis heute fortbestehenden Verfassungswidrigkeit der Hartz-IV-Regelleistungen.

    Ich hatte in der mündlichen Verhandlung am 20. Oktober 2009 in Karlsruhe persönlich vorgetragen und auch das Urteil persönlich entgegen genommen. (Urteil vom 09. Februar 2010, Az.: BVerfG 1 BvL 1/09 u.a.)

    Ich ergehe mich nicht in Beschimpfungen gegen Herrn Tichy und andere Hartz-IV-Befürworter, denn die Kurz- und Fehlsicht dieser Damen und Herren bzgl. Hartz-IV spricht für sich selbst.

    Allen, die sich über Hartz-IV freuen, gebe ich einen guten Rat: freuen Sie sich nicht zu früh.

    Ich arbeite seit 13 Jahren ehrenamtlich in einem Verein, der sich um Menschen in schwierigen Lebenslagen kümmert. Wir und andere solche Initiativen in Deutschland, von denen es mittlerweile viele gibt, haben jeden Tag Leute in der Sprechstunde, oder am Telefon oder in der Internet-Sprechstunde, die selbst nie im Traum daran gedacht hätten, plötzlich die Hilfe anderer Erwerbsloser zu benötigen - beim Ausfüllen eines Hartz-IV-Antrages.

    Will sagen: bis auf sehr wenige Ausnahmen ist heute kein Arbeitnehmer oder Selbständiger vor Hartz-IV gefeit. Das geht ganz schnell, kurz und trocken und das Haus, die zwei Autos, das Boot und die fünf Urlaube im Jahr sind perdü, und Hartz-IV ist da. Viele von diesen Leuten waren sogar Hartz-IV-Befürworter und kommen heute aus dem Heulen nicht mehr raus.

    Hartz-IV ruiniert dieses Land, und jene, die das gut finden, werden sich noch wundern.

    MfG,
    Thomas Kallay
    c/o ARCA Soziales Netzwerk e.V.
    37269 Eschwege
    vorstand@arcasozialesw.de

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