Arbeitsmarkt: IW-Chef Hüther: Weitere Reformen am Arbeitsmarkt unnötig

Arbeitsmarkt: IW-Chef Hüther: Weitere Reformen am Arbeitsmarkt unnötig

Weitere Reformen am Arbeitsmarkt sind laut Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln, (IW) überflüssig.

Er sieht Deutschland in der Wirtschaftskrise gut aufgestellt. Auch spielten die Lohnkosten bei Auslandsinvestitionen „eine immer geringere Rolle“. Gegenüber der WirtschaftsWoche sagte Hüther: „In vielen Branchen eröffnet der Flächentarifvertrag den Unternehmen große Spielräume für betriebliche Abweichungen, um Arbeitsplätze zu sichern. Deshalb können die Betriebe jetzt die Durststrecke durchstehen, ohne gleich massenweise Arbeitsplätze abzubauen.“

Er glaube, der Arbeitsmarkt habe sich in den vergangenen Jahren „grundlegend“ verändert. Hüther: „Die Löhne sind flexibler, und das Lohnniveau ist international wettbewerbsfähiger geworden. Vor allem die Zeitarbeit und die Arbeitszeitkonten haben den Unternehmen Luft zum Atmen verschafft.“

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Unter Berufung auf den Sachverständigenrat der Bundesregierung zieht Hüther eine insgesamt positive Bilanz der Arbeitsmarktsituation. „Der vergangene Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt hat mehr Wirkung entfaltet, als alle vorangegangenen Aufschwünge.“

Um nach der Krise an diesen Erfolg anzuknüpfen plädiert Hüther dafür, die Agenda 2010 zu einer Agenda 2015 fortzuschreiben. „In der vergangenen Legislaturperiode sind wichtige Reformen der Agenda 2010 wieder zurückgenommen worden, etwa die Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds für ältere Beschäftigte. Das muss wieder geändert werden, weil sonst die Erwerbsquoten der Älteren sinken.“

Besonders wichtig ist nach Ansicht Hüthers darüber hinaus, in der Rentenpolitik Vernunft walten zu lassen. „In einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft darf an der Rente mit 67 nicht gerüttelt werden. Das gilt auch für die Abschaffung des Vorruhestands.“ Hüther wies darauf hin, dass seit 2000 die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen von unter 40 auf 53 Prozent gesteigert wurde. In der Schweiz liege dieser Anteil bei 80 Prozent. Hüther: „Wir haben also noch Luft.“

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