Arbeitsmarkt: Knapp 200.000 Ausbildungsplätze unbesetzt

Arbeitsmarkt: Knapp 200.000 Ausbildungsplätze unbesetzt

, aktualisiert 26. August 2016, 18:22 Uhr
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Unternehmer finden immer weniger Bewerber für ihre Ausbildungsplätze.

Quelle:Handelsblatt Online

Unternehmen beklagen den Mangel an Bewerbern für ihre Ausbildungsplätze. Über 172.000 Stellen sind offen. Die Regierung geht auf die Konzerne zu und empfiehlt ihnen, sich bei der Besetzung der Plätze helfen zu lassen.

BerlinZum Start des neuen Ausbildungsjahres sind 172 224 Plätze noch unbesetzt geblieben. Diesen Stand von Ende Juli teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Freitag in Berlin mit. „Jugendliche Lehrstellenbewerber haben in diesem Jahr allerbeste Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Ende Juli waren bei den Agenturen für Arbeit 24 000 mehr Ausbildungsangebote als suchende Jugendliche gemeldet“, sagte Schweitzer. Demnach waren noch mehr als 12 800 Plätze für angehende Einzelhandelskaufmänner und -frauen offen, rund 11 400 als Verkäufer und rund 6200 Plätze für Köche. Im Beruf des Hotelfachmanns und der Hotelfachfrau waren es rund 4400. Rund 5300 Kaufleute im Büromanagement wurden gesucht. Tausende unbesetzte Stellen gab es auch bei den Friseuren (4300), Lagerlogistikern (4000), KFZ-Mechatronikern (4000) und medizinischen Fachangestellten (2200).

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Schweitzer wies auf Probleme für viele Unternehmen hin. „Ihnen gehen die Bewerber aus.“ Laut der jüngsten DIHK-Ausbildungsumfrage bleiben mittlerweile in fast jedem dritten Ausbildungsbetrieb Lehrstellen unbesetzt. „Rund 14 000 haben überhaupt keine Bewerber mehr.“ Die Gründe dafür: Der Trend gehe zum Studium und die Zahl der Schulabgänger sinke. So hätten 2015 rund 150 000 junge Leute mehr ein Studium begonnen als 2005. In dieser Zeit sei zugleich die Zahl der Lehrstellenbewerber um etwa 190 000 gesunken – ein Minus von 25 Prozent.


Gymnasien sollen Schüler nicht nur für Hochschulen mobilisieren

Die Bundesregierung rief die Unternehmen auf, Fördermöglichkeiten zu nutzen. Das Ausbildungsjahr fange gerade erst an, betonte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums. „Von daher der Appell auch von unserer Seite, auch Bewerbern, die vielleicht von sich aus nicht auf den ersten Blick sofort alle Voraussetzungen mitbringen, in den Blick zu nehmen.“ Es gebe alle erdenklichen Unterstützungsleistungen.

„Viele junge Leute sind sich nicht im Klaren darüber, dass die Gefahr von Arbeitslosigkeit bei einer Kombination von betrieblicher Aus- und Weiterbildung geringer ist als bei Akademikern“, sagte Schweitzer. „Und häufig verdient eine Fachkraft keineswegs schlechter als jemand, der eine Hochschule besucht hat.“

Die Gymnasien rief der DIHK-Chef auf, die Schüler nicht vorrangig in Richtung Hochschulen zu mobilisieren, sondern ihnen Berufsorientierung zu geben. Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung von Bund, Ländern, Wirtschaft und Gewerkschaften solle die berufliche Bildung gestärkt werden, betonte er. Viele Betriebe stemmen sich Schweitzer zufolge bereits gegen den aktuellen Trend und werben intensiv für ihre Ausbildung. Auch Hauptschüler hätten immer bessere Chancen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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