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Arbeitsmarkt: Mini-Job und Maxi-Missverständnis

von Cornelia Schmergal

Warum die Zahl der 400-Euro-Jobber wirklich steigt. Eine Analyse von WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal.

Cornelia-Schmergal
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Jetzt bitte mal tief Luft holen. Die Zahl der Mini-Jobber steigt. Ende September 2010 gab es in Deutschland mehr als 7,3 Millionen Menschen mit einem 400-Euro-Job. Ein Skandal, so der Unterton in den Nachrichtenagenturen. Aber stimmt das überhaupt?

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Man könnte jeden einzelnen 400-Euro-Job natürlich als Zeichen allgemeiner Ausbeutung werten, als Niedergang eines verantwortungsvollen Umgangs mit Beschäftigten, als Ende des traditionellen Normal- und Vollzeit-Arbeitsverhältnisses. Das allerdings würde voraussetzen, dass die Unternehmen ihre Beschäftigten tatsächlich reihenweise aus sicheren und gut dotierten Vollzeit-Verträgen drängen, um sie in weitgehende mitbestimmungsbefreite und schlecht honorierte Minijobs zu zwängen. Das wäre in der Tat ein Skandal.  Allerdings gibt es für diese These keine belastbaren Belege – mal abgesehen von einigen schwarzen Schafen unter den Drogeriediscountern.

Dass die Zahl der Minijobs steigt, hat einen anderen Grund: Viele der 400-Euro-Beschäftigten haben sich ganz freiwillig dazu entschieden, weil sie staatliche Anreize nutzen. Selbst wenn diese vielleicht fehlleiten.

Nicht mehr als ein Reförmchen

Da wären zum Beispiel jene Minijobber, die gleichzeitig auch Hartz IV beziehen. Weit mehr als 600.000 Langzeitarbeitslose bessern ihre staatliche Unterstützung auf, indem sie nebenbei einem Mini-Job nachgehen. Und das ist völlig legal, gewollt und sinnvoll – schließlich kann jede kleine Beschäftigung irgendwann einmal zum großen Sprung auf den Arbeitsmarkt führen. Dabei achtet ein Großteil dieser Hartz-IV-Empfänger genau darauf, nicht mehr als 100 Euro im Monat hinzuzuverdienen – genau das ist nämlich die Summe, die ein Transfer-Minijobber erwirtschaften darf, ohne seine Stütze zu schrumpfen. Je mehr ein Hartz-IV-Empfänger sich aber mit einem Kellner- oder Aushilfsjob abmüht, desto mehr zieht ihm der Staat vom selbstverdienten Lohn ab – und mindert dadurch den Anreiz zum Wiedereinstieg in einen regulären Job. Schon die OECD hatte im vergangenen Jahr kritisiert, das Armutsrisiko sei in Deutschland besonders hoch, weil es sich für Langzeitarbeitslose schlicht nicht lohne, eine Vollzeitstelle anzunehmen. Kurz darauf hat die Koalition die Zuverdienstgrenzen zwar optimiert, mehr als ein Reförmchen ist aber nicht dabei herausgekommen. Mit einem Minijob stellen sich Hartz-IV-Empfänger weiterhin rational am besten.

Fehlanreize im Steuerrecht

Auch ein zweites Phänomen zeigt sich in den neuen Zahlen: Es sind vor allem Frauen, die einer Beschäftigung auf 400-Euro-Basis nachgehen. Das mag zum einen daran liegen, dass die Zahl der Minijobs in Branchen wie der Gastronomie, dem Einzelhandel oder dem Reinigungsgewerbe besonders hoch ist. Und hier arbeiten traditionell noch immer besonders viele Damen (leider, muss man wohl sagen). Zum anderen lohnt es sich aber wegen des Ehegattensplittings für viele Frauen finanziell schlicht nicht, ihren Minijob zu einer höher dotierten Tätigkeit auszubauen - noch immer übernehmen meist die Männer die Rolle des Haupternährers ihrer Familie. Ein Steuerberater rechnete dieses Phänomen neulich in einer großen Berliner Tageszeitung vor: Mal angenommen, der Hauptverdiener bekommt 3000 Euro brutto. Wenn die Gattin einem 400-Euro-Job nachgeht, kann sie ihren Verdienst netto komplett behalten (denn die geringfügige Beschäftigung ist bis zu dieser Höhe steuer- und abgabenfrei). Erhöht sie aber die Tätigkeit auf 500 Euro monatlich, bleibt ihr in Steuerklasse 4 netto lediglich 426 Euro, in Steuerklasse 5 sogar nur 378 Euro. Rational und ökonomisch verständlich ist es also, schlicht beim Minijob zu bleiben. Und nicht wieder voll in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Der Fehlanreiz liegt hier im Steuerrecht – und nicht etwa bei böswilligen Personalabteilungen, wie die Nachrichtenlage heute unterstellt.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.04.2011, 00:35 UhrAnonymer Benutzer: George B.

    Naja alter Freund Helmut K. Die israelis haben ihre Frauen noch nie zum Kampfeinsatz an die Front geschickt.
    Die bleiben schön in der Etappe damit sie nicht dem Feind in die Hände fallen und dieser sich mit ihnen vergnügt.

  • 27.04.2011, 17:03 UhrAnonymer Benutzer: Hennoch

    packen sie mal ein dickeres brett an Frau Schmergal

    was interessieren mich 400 EU Jöbchen--oder Tagelöhner

    setzen Sie mal ne Marke 50 / 50

    aber dann müssen auch die Frauen rauf auf den Müll-Kutschbock , kräftige Vertreterinnen soll es ja geben. Auch sollen in Folge der Katholischen inquisition die hübscheren Frauen genpool-mäßig aus--gerottet worden sein flüstert man im Ausland--daher die hübschheit der Deutschen zu sehen an der typisch Deutschen

    Kanzlöse

  • 27.04.2011, 16:59 UhrAnonymer Benutzer: hennoch Kohn

    Frau Schmergal

    50 / 50 fangen wir bei der bundeswehr an: 50 % Frauen

    Sie bekommen auch ihre eigenen Toiletten--versprochen + binden-beutel

    aber !

    dann auch die Garantien übernehmen die Frau Merkel isreal gab--diese Frauen müssen auch in den Kampfeinsatz--nix--sich einfach auf die Frauentoilette verpi---ssen mal abwarten ob noch ein paar Männer übrig bleiben.

    Ne--ab in den Kampf ! Wie die israelischen Frauen !

    und das währe eine Ehre für jede Frau. Denn Sie haben ja eine Frau als bundeskanzlöse gewählt---Sie können Stolz sein--dieselbe Toilette wie Sie . Eine Geschlechtsgenossin. Zwar völlig unfähig--treibt die EU gerade in den Staatsbankrott .

    aber haupsache Frau

    Die Männer werden es ja zahlen--wie immer. Oder auswandern !

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