Arbeitsmarkt: Vollzeit-Anspruch kann zu Entlassungen führen

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Arbeitsmarkt: Vollzeit-Anspruch kann zu Entlassungen führen

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Beruf und Familie vereinbaren: Deshalb entscheiden sich viele Frauen für Teilzeitarbeit. Danach fällt es ihnen jedoch schwer wieder in Vollzeit zu arbeiten - weil sie keine Vollzeitstelle mehr finden.

Teilzeit-Beschäftigte sollen einen Anspruch darauf haben, wieder in ihre Vollzeit-Stelle zurückzukehren. Das fordert Familienministerin Schröder. Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt, dass dies zu Entlassungen führt.

Teilzeitarbeit ist bei deutschen Frauen fast der Normalzustand. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln stecken 46 Prozent aller deutschen Frauen in Teilzeitarbeit. Dies liegt vor an den zahlreichen berufstätigen Müttern: „Da es in Deutschland zu wenig Betreuungsmöglichkeiten gibt, ist Teilzeit noch immer die bestmögliche Lösung, um Beruf und Familie zu vereinbaren“, sagt IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes, der die Karrierechancen von Frauen untersucht hat, gegenüber Wiwo.de. Seine Untersuchung hat jedoch auch ergeben, dass viele Frauen in Teilzeit beschäftigt sind, da sie keine Vollzeit-Stelle finden. Dies ist bei 14 Prozent der Frauen der Fall.

Daher will Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) durchsetzen, dass Menschen, die wegen Betreuung von Kindern oder älteren Menschen in Teilzeit gehen, einen Anspruch darauf haben, diese Teilzeittätigkeit zu befristen und sie garantiert wieder in ihre Vollzeitstelle zurückkehren können. „So gut wie niemand will sein ganzes Leben in Teilzeit arbeiten“, sagt sie in einem Interview der Freitagsausgabe der Westdeutschen Zeitung (WAZ). „Es ist deshalb die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass Teilzeit genau das sein kann, was sich die meisten wünschen: eine Phase im Leben.“

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Den Rechtsanspruch auf Teilzeit gebe es seit 13 Jahren, allerdings fehle ein entsprechender Anspruch auf Rückkehr zu Vollzeit. „Da läuft etwas schief“, sagt die Ministerin. Allerdings stellt sie sich vor, dass Unternehmen bei „wirklich dringenden Gründen“ widersprechen können.

Davon fallen dem IW-Experte einige ein.  Laut Oliver Stettes gebe es schließlich Gründe, warum viele Unternehmern keine Wiederaufstockung gewähren. „Geht eine Person in Teilzeit, muss das Unternehmen für die restliche Arbeit eine neue Stelle einrichten“, erklärt Stettes. „Wenn jemand dann wieder zur Vollzeittätigkeit zurückkehren möchte, stellt sich die Frage, wo die andere Person bleibt.“ Deshalb mahnt der Wissenschaftler die Politik an, die Konsequenzen einer solchen Regelung zu berücksichtigen.

Sollten nämlich Teilzeittätigkeiten künftig befristet werden, dann bedeutet dies auch, dass die neu eingerichteten Ersatzstellen befristet werden müssen. „Dann hebt die Politik wieder an anderer Stelle den Zeigefinger, warum Unternehmen zunehmend befristet einstellen.“ Laut Oliver Stettes würde ein Rechtsanspruch auf Rückkehr zur Vollzeit unterm Strich zu weniger Beschäftigten führen. „Deshalb warne ich von einer solchen Regelung.“

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Auch die FDP ist gegen das Vorhaben der Familienministerin. Schröder will es daher aufschieben: „Realistisch betrachtet, wird das ein Projekt für die Zeit nach der Bundestagswahl. Ich bin mir mit meiner Kollegin Ursula von der Leyen vollkommen einig, dass wir den Rechtsanspruch dringend brauchen. Aber wir können leider nicht über die FDP hinweg regieren.“

Ob das nach der Bundestagswahl auch noch gilt, wird sich zeigen.

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