Arbeitsmarkt: Zuversicht auf dem Ausbildungsmarkt in der Krise

Arbeitsmarkt: Zuversicht auf dem Ausbildungsmarkt in der Krise

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Anlaufstelle Arbeitsamt: Viele Jugendliche finden trotz Ausbildungspakt keine Lehrstelle

Lichtblick in der Krise? Trotz Rezession wollen Unternehmen auch 2009 mehr Ausbildungsplätze schaffen. Doch die Lage auf dem Ausbildungmarkt bleibt nach wie vor angespannt.

26.500 mehr Lehrstellen als im Ausbildungspakt zugesagt - die deutsche Wirtschaft bezeichnet 2008 als gutes Jahr für den Ausbildungsmarkt. Auch im Rezessionsjahr 2009 wollen Unternehmen und Betriebe verstärkt Lehrstellen anbieten. „Wir sind der festen Überzeugung, auch die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise für die Ausbildung eindämmen zu können“, sagt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet nicht mit einem kurzfristigen Rückgang der Ausbildungsplätze. Sollte es jedoch zu einer mehrjährigen Rezession kommen, seien negative Folgen für den Ausbildungsmarkt nicht auszuschließen.

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Rein rechnerisch gab es auch im vergangenen Jahr wieder einmal eine Ausbildungslücke. Bis zum September 2008 hatten 14 500 Jugendliche noch keine Lehrstelle gefunden, davon konnten bis Mitte Januar mehr als die Hälfte noch vermittelt werden. Für die 6000 verbliebenen Bewerber stellte die Wirtschaft 3300 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Damit verbesserte sich die Situation am Ausbildungsmarkt gegenüber 2007 deutlich. Damals klaffte eine rechnerische Lücke von 9400 Stellen.

Im Gegensatz zur Wirtschaft bewertet der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Lage auf dem Ausbildungsmarkt weit weniger optimistisch. Noch immer werde zu wenig ausgebildet. "Es bringt nichts, die Lage zu beschönigen", sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock.

Schutzschirm für Ausbildungsplätze gefordert

Angesichts der Wirtschaftskrise fordert der DGB einen Schutzschirm auch für Ausbildungsplätze. So solle die Regierung Ausbildungsfonds auf regionaler oder Branchenebene finanziell fördern. Ausbildungsfonds gibt es bislang nur in der Baubranche. Die Idee dahinter: Unternehmen eines Branchenverbandes oder eines Tarifvertragsgebietes zahlen in einen gemeinsamen Fonds ein, aus dem dann Ausbildungsplätze oder Weiterbildungsmaßnahmen finanziert werden können.

Der DGB fordert eine Ausweitung der Ausbildungsfonds auf weitere Branchen. "Das, was die Branchen zahlen, müsste die Regierung noch mal drauflegen", umreißt Thomas Giessler, Referatsleiter Berufsbildung beim DGB, den Finanzierungsbedarf der Fonds. Da die Ausbildungskosten je nach Branche variieren, könne eine konkrete Summe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden.

Die sich schließende Bewerberlücke dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge 2008 zurückgegangen ist, so Giessler. "Die Statistiken werden schön gerechnet." Der DGB befürchtet, dass sich dieser Negativtrend in diesem Jahr fortsetzen könnte, mit fatalen Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Die Jugendlichen, die jetzt nicht ausgebildet werden, fehlen den Betrieben früher oder später", sagt Giessler.

Schwierig ist die Lage außerdem nach wie vor für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Rund 40 Prozent der ausländischen Jugendlichen bleiben ohne Ausbildung, Hauptgrund ist ein fehlender oder schlechter Schulabschluss. Sowohl ZDH-Präsident Kentzler als auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, appellieren daher an die Wirtschaft, mehr ausländische Jugendliche auszubilden. Angesichts des herrschenden Fachkräftemangels und des demographischen Wandels seien sie für den Arbeitmarkt unverzichtbar.

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