Arbeitsmarktbilanz: Der Osten hängt den Westen ab

ThemaArbeitsmarkt

Arbeitsmarktbilanz: Der Osten hängt den Westen ab

Bild vergrößern

Mittlerweile gibt es im Osten weniger Arbeitslose als im Westen.

Das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre hat für neue Jobs gesucht und die Arbeitslosenzahlen gesenkt. Aber nicht alle Regionen profitieren gleichermaßen von dem Boom.

Der Osten hängt den Westen ab – zumindest was die Arbeitsmarktbilanz angeht. Eine neue Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW)  in Köln zeigt, dass es gerade im strukturschwachen Osten immer weniger Erwerbslose gibt. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich dort die Zahl der Arbeitslosen um drei Prozent verringert. Zwar ist weiterhin in Bundesländern wie Sachsen-Anhalt die Arbeitslosigkeit um rund vier Prozentpunkte höher als im Westen, doch dafür geht sie stärker zurück.

Den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet die Region Ostprignitz-Ruppin. Die liegt im Nordwesten von Brandenburg, ist 2.509 Quadratkilometer groß und zählt fast 102.000 Einwohner. Ein Grund für den Rückgang ist die verkehrsgünstige Lage der Brandenburger an der Autobahn zwischen Berlin und Hamburg.

Anzeige

Ostprignitz-Ruppin ist kein Einzelfall – auch insgesamt hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland positiv entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen ist von 2008 bis 2013 um 308.000 gesunken; zugleich gab es 1,8 Millionen bzw. 6,6 Prozent mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Allerdings fällt die Bilanz in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich aus.

Seit Ausbruch der Krise 2008 hat sich die Arbeitslosenquote in Westdeutschland nur um 0,4 Prozentpunkte auf  6,0 Prozent verbessert. In Ostdeutschland fiel si dagegen um 2,8 Punkte auf 10,3 Prozent. Dennoch ist das Ergebnis relativ zu sehen: Denn die Zahl der Beschäftigten ist in den ostdeutschen Bundesländern lediglich um 3,6 Prozent gestiegen und damit deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt.

Wie lässt sich dieser Widerspruch erklären? Das Lösungswort lautet: Demografische Entwicklung. Noch immer ziehen viele Menschen im erwerbsfähigen Alter aus Ostdeutschland weg – von 2008 bis 2012 waren es ohne Berlin per saldo über 130.000. Allein von den 18- bis 30-Jährigen verließen unterm Strich 113.000 ihre Heimat. Die Folgen könnten fatal sein: Ohne junge Fachkräfte sind ostdeutsche Unternehmen nicht wettbewerbsfähig und die Einkommens- und Beschäftigungslage verschlechtert sich weiter. Das wiederum veranlasst dann erneut, junge Leute dazu, wegzuziehen.

Weitere Artikel

Nicht nur im Ost-West-Vergleich zeigen sich Unterschiede in der Arbeitsmarktbilanz, auch die westdeutschen Regionen haben sich unterschiedlich entwickelt. Laut IW sind vor allem in einigen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens und des Saarlands die Arbeitslosenquoten gestiegen. Gerade die früheren Kohle- und Stahlregionen kämpfen noch immer mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel. Die innerdeutschen Unterschiede könnten kaum unterschiedlicher sein: Während in Bayern die Arbeitslosenquote nochmals um einen halben Prozentpunkt auf 3,8 Prozent gesunken ist, lag im Kreis Baden-Württemberg die Arbeitslosigkeit 2013 noch immer bei 4,1 Prozent, wie schon 2008. Der Grund: Die zuvor wirtschaftlich relativ schwachen Regionen Oberfranken, Oberpfalz und Niederbay­ern haben zuletzt einen Aufschwung erlebt und damit den bayerischen Jobmotor zusätzlich angetrieben.

Trotz starker Unterschiede in der Rückläufigkeit der Arbeitslosigkeit steht Deutschlands Wirtschaft derzeit gut da, die Zahl der Erwerbslosen sinkt kontinuierlich. 2013 gab es rund 300.000 weniger Arbeitslose als noch fünf Jahre zuvor.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%