Arbeitszeitgesetz: Arbeitgeber fordern mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit

Arbeitszeitgesetz: Arbeitgeber fordern mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit

, aktualisiert 29. März 2016, 13:37 Uhr
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„Es sollte zum Beispiel möglich sein, auch einmal über zehn Stunden hinaus zu arbeiten“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Wirtschaft ist unzufrieden mit dem Arbeitszeitgesetz – sie hält es für zu starr. Bei Arbeitsministerin Andrea Nahles will sie mit Forderungen zu mehr Flexibilität durchdringen. Der DGB hat andere Vorstellungen.

BerlinDeutschlands Arbeitgeber fordern mehr Flexibilität bei den gesetzlichen Regeln zur Arbeitszeit. „Es sollte zum Beispiel möglich sein, auch einmal über zehn Stunden hinaus zu arbeiten und den Ausgleich hierfür an anderen Tagen zu nehmen“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dies wolle man bei einem Dialog zum Thema einbringen, den Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) für die kommenden Monate angekündigt hatte.

Die Ankündigung der Koalition, ein Recht zur Rückkehr von einer Teil- in eine Vollzeitstelle schaffen zu wollen, kritisierte Kramer heftig. Die betrieblichen Möglichkeiten könnten nur jeweils individuell geregelt werden, sagte er. Das Arbeitszeitgesetz müsse mehr Raum für tarifliche und betriebliche Regelungen lassen. „Mindestens genauso wichtig ist, dass der Gesetzgeber nicht noch mehr als bislang schon in betriebliche Arbeitszeitgestaltungen hineinregiert.“

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte, mehr Flexibilität dürfe nicht einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen. „Mehr Selbstbestimmung, größere Freiräume ja – aber dafür brauchen wir klare Regeln und einen Schutzrahmen“, forderte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Kramer betonte: „Ein wichtiges Anliegen der Arbeitgeber ist ein flexibles Arbeitszeitgesetz.“ So sollte das Arbeitszeitrecht von einer Tageshöchstarbeit auf eine Wochenarbeitszeit umgestellt werden. „Es geht nicht darum, die Arbeitszeiten pauschal zu verlängern, sondern flexibler auf die Wochentage verteilen zu können.“

Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung sagte Kramer: „Wir können nicht mit den Regulierungen der dritten industriellen Revolution die Wirtschaft 4.0 regulieren.“ Buntenbach forderte ein „Recht auf Logoff“. „Jeder muss die Möglichkeit haben, sich aus der Arbeit auch wirklich in Freizeit auszuklinken“, sagte sie der dpa.

Nötig seien auch bessere Mitbestimmungsmöglichkeiten. Beschäftigte bräuchten einen rechtlichen Anspruch, die Lage der Arbeitszeit mitzubestimmen. Nahles will im Zuge eines von ihr initiierten Dialogprozesses zur Zukunft der Arbeit in diesem Jahr konkrete Vorschläge vorlegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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